US-Wahl: So funktioniert die Präsidentschaftswahl in den USA

Zuletzt aktualisiert: 09.01.2019

Alle vier Jahre können die amerikanischen Wahl­berechtigten ihren Präsidenten und dessen Vize­präsidenten wählen. Es handelt sich um eine indirekte Wahl, bei der der Präsident nicht von der wahl­berechtigten Bevölkerung, sondern von Wahl­leuten gewählt wird.

Wie verläuft eine Präsident­schafts­wahl in den USA?

Die Wahl erfolgt in den folgenden drei Phasen:

Phase 1: die Vorwahlen

In den Vorwahlen werden die Kandidaten der großen Parteien festgelegt. Sie dienen dazu, den künftigen Präsidentschaftskandidaten zu legitimieren und seine Beliebtheit in der Bevölkerung zu testen. Im Anschluss an die Vorwahlen, meist im Juli oder August des Wahljahres, finden nationale Parteitage statt, auf denen die Delegierten den endgültigen Kandidaten der Partei wählen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Vorwahl durchzuführen:

  • Caucuses (Wahlversammlungen): Ein Caucus ist eine regionale Versammlung registrierter Parteimitglieder, bei denen diese Delegierte wählen. Die Delegierten vertreten die Mitglieder auf dem nationalen Parteitag und stimmen dort für einen bestimmten Kandidaten.
  • Primaries (Vorwahlen): In den Primaries bestimmen die Wähler über Wahlzettel, wen die Delegierten ihres Bundesstaats auf der nationalen Parteiversammlung im Sommer wählen sollen. Bei Open Primaries kann jeder Wahlberechtigte abstimmen, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit. Bei Closed Primaries hingegen dürfen nur Parteimitglieder ihre Stimme abgeben.

Welches dieser Verfahren angewendet wird, ist abhängig vom Bundesstaat und der Partei.

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Phase 2: die indirekte Präsidentschaftswahl

Alle vier Jahre findet am Dienstag nach dem ersten Montag im November die indirekte Präsident­schafts­wahl statt. Der Termin für die nächste US-Wahl ist der 03. November 2020. Es besteht auch die Möglichkeit, schon vor dem Wahltermin per Briefwahl oder persönlich zu wählen (Early Voting).

Die amerikanischen Wahlberechtigten wählen nicht direkt einen Kandidaten, sondern Wahlleute. Diese bilden das Electoral College, das aus 538 Mitgliedern besteht. Abhängig von der Größe eines Bundesstaats wird diesem eine bestimmte Menge an Wahlleuten zugeordnet. Kalifornien, der größte Bundesstaat, hat beispielsweise 55 Wahlleute, Wyoming hingegen nur drei.

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Phase 3: das Electoral College und das offizielle Ergebnis

Das System des Electoral Colleges

41 Tage nach dem Wahltag finden Meetings of Electors statt, Treffen in den Hauptstädten der Bundesstaaten, bei denen die Wahlleute den Präsidenten und den Vizepräsidenten wählen. In der Regel stimmen alle Wahlleute eines Bundesstaats nach dem „The Winner Takes It All“-Prinzip für den Kandidaten, der in diesem Staat die meisten Wählerstimmen erhalten hat.

Dies kann dazu führen, dass ein Kandidat zwar bei den Wahlleuten eine Mehrheit erzielt, aber keine Mehrheit der Wählerstimmen. Dies geschah zuletzt bei der US-Wahl 2016, bei der Donald Trump die Stimmen von 304 Wahlleuten und damit eine eindeutige Mehrheit erhielt. Im Gesamtergebnis der Wählerstimmen lag allerdings Hillary Clinton zwei Prozentpunkte vor Donald Trump.

Der Ablauf der endgültigen Wahl 2020

Der Termin für die nächsten Meetings of Electors ist der 14. Dezember 2020. Die Stimmzettel, die die Wahlleute bei diesem Treffen ausfüllen, werden versiegelt an den Präsidenten des Senats versandt.

Auf einer Sitzung des Senats Anfang Januar 2021 werden diese Stimmzettel ausgezählt und der offizielle Sieger der Präsident­schafts­wahl wird bekannt gegeben.

Am 20. Januar 2021 werden der gewählte Präsident und sein Vizepräsident offiziell in das Amt eingeführt.

US-Wahl 2020: alle Termine

Wann findet die nächste US-Wahl statt?

US-Wahl 2020 – Termin der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA

Die nächste Präsident­schafts­wahl findet am 3. November 2020 statt. Diesen Termin können Sie mithilfe der folgenden Datei in Ihren elek­tro­nischen Kalender eintragen:

Im Jahr 1845 legte der Kongress der Vereinigten Staaten den Wahltag (election day) in den USA fest: US-Wahlen finden stets am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. Das Datum fällt demnach immer in die Zeit zwischen dem 2. und dem 8. November. Dies betrifft sowohl die Präsident­schafts­wahlen als auch die Halbzeitwahlen (midterm elections).

Wie oft wird in den USA gewählt?

Seit 1792 finden die US-Präsident­schafts­wahlen alle vier Jahre statt. Sollte der amtierende Präsident vorzeitig aus dem Amt ausscheiden, ist eine vorgezogene Neuwahl nicht vorgesehen. Der Vize­präsident tritt bis zum Ende der ursprüng­lichen Amtszeit die Nachfolge als neuer Präsident an.

In der Geschichte der USA geschah dies gleich mehrfach: 8 der 44 US-Präsidenten starben während ihrer Amtszeit. In einem einzigen Fall war ein Rücktritt Grund für die Nachfolge: 1974 trat Richard Nixon infolge der Watergate-Affäre zurück.

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US-Wahl 2020: Wahlkalender

Präsident­schafts­wahlen erstrecken sich in den USA beinahe über ein ganzes Jahr. Bereits im Anschluss an die voraus­gehende Wahl reichen zahl­reiche Kandidaten ihre Kandidatur­erklärung bei der Federal Election Commission ein. Bis Anfang November 2018 haben sich bereits 385 Kandidaten für die Präsident­schafts­wahl 2020 angemeldet.1

Den Auftakt für die US-Wahl stellt die erste Vorwahl im kleinen US-Bundesstaat Iowa im Frühjahr 2020 dar. Erst im Januar des Folgejahres findet dann das Finale mit der Amts­einführung des neugewählten Präsidenten statt. Der genaue Ablauf der Wahl im Überblick:

Infografik

US-Wahl 2020 – Datum der Wahl und weitere Termine

Text

  • 3. Februar bis Mitte Juni 2020: Vorwahlen (primaries und caucuses)
  • August 2020: Die Kandidaten der Parteien werden auf Parteitagen (National Conventions) nominiert
  • September und Oktober 2020: Kampagnen der Kandidaten, Präsi­dent­schaftsdebatten im Fernsehen
  • 3. November 2020: Am Wahltag (election day) wählen die ameri­ka­nischen Wahl­berechtigten nicht direkt den Präsidenten und den Vize­präsidenten, sondern 538 Wahl­leute (electors), die zusammen das Electoral College bilden
  • 14. Dezember 2020: Die Wahlleute des Electoral College wählen den Präsidenten und den Vizepräsidenten
  • 6. Januar 2021: Der US-Kongress zählt die Stimm­zettel des Electoral College aus und die beiden Gewinner werden offiziell bekannt gegeben
  • 20. Januar 2021: Amtseinführung des Präsidenten und des Vizepräsidenten

Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020

Zuletzt aktualisiert: 13.01.2019

Die nächste Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten wird am Dienstag, den 3. November 2020 stattfinden. Es handelt sich um eine indirekte Wahl: Gewählt werden die 538 Wahlleute des Electoral College, die im Dezember 2020 den Präsidenten und den Vize­präsidenten wählen werden. Weitere Informationen zu dem zeitlichen Ablauf der Wahl finden Sie im Artikel „US-Wahl 2020: alle Termine“.

Der amtierende Präsident Donald Trump strebt als Kandidat der Republikaner eine Wiederwahl für eine zweite Amtszeit an. Bei der Demokratischen Partei haben Joe Biden, Bernie Sanders und Elizabeth Warren gute Aussichten auf eine Spitzenkandidatur.

Wird Donald Trump 2020 erneut kandidieren?

Ja. Um 2020 erneut zu kandidieren, hat Donald Trump laut CBS News bereits wenige Stunden nach seiner Amts­einführung im Januar 2016 den entsprechenden Antrag bei der US-Kommission zur Wahlkampf-Finanzierung (Federal Election Commission) eingereicht. Ende 2018 hatte Trump für die Präsi­dent­schafts­kampagne 2020 bereits mehr als 100 Millionen Dollar gesammelt.1

Donald Trump hat indessen einen weiteren guten Grund, um bei der nächsten Präsi­dent­schafts­wahl anzutreten: er könnte wegen Verstößen gegen das amerikanische Wahlkampf­finan­zierungs­gesetz angeklagt werden (Daniels- und McDougal-Affären), wenn er aus dem Amt scheidet.2 In manchen US-Medien wird sogar darüber spekuliert, ob nur eine Wiederwahl ihn vor einer Gefängnis­strafe schützen könnte.3, 4

Mögliche Kandidaten der Demokraten

Der Kandidat der Demokratischen Partei für die nächste Präsident­schafts­wahl wird im Juli 2020 auf dem Nominierungs­parteitag der Partei (Democratic National Convention) festgelegt. Der offiziellen Nominierung des Spitzen­kandidaten der Demokraten gehen Vorwahlen in allen 51 US-Bundesstaaten voraus, sodass der Kandidat voraus­sichtlich vor der Versammlung bereits feststehen wird.

US-Wahl 2020 - Umfrage zu den Kandidaten der Demokraten bei der nächsten Präsidentschaftswahl

Die Kandidatur der vier aussichts­reichsten Kandidaten Biden, Sanders, Harris und Warren steht noch nicht fest. Allerdings haben alle vier öffentlich Interesse an einer Kandidatur geäußert und werden in den meisten Umfragen aufgeführt.

Joe Biden

Joe Biden (Demokrat) - US-Wahl 2020

Joe Biden, 47. Vize­präsident der USA und möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2020

Foto: LBJ Library/Jay Godwin/Flickr. Lizenz: Public Domain

Joseph Robinette Biden Jr. kam im November 1942 im Bundesstaat Pennsylvania auf die Welt. Nach seinem Studium arbeitete er kurz als Anwalt, bevor er 1972 politisch aktiv wurde. Im Jahr 1972 wurde er mit 30 Jahren zum Senator des Bundes­staats Delaware gewählt und war damit der fünftjüngste Senator in der amerikanischen Geschichte.

Während seiner Zeit im Senat, zwischen 1973 und 2009, war Joe Biden unter anderem Teil des Ausschusses für Außenpolitik. Joe Biden trat bereits zweimal bei einer Präsident­schafts­wahl (1988 und 2008) an, zog seine Kandidatur aber beide Male bereits vor dem Nominierungs­parteitag zurück.

US-Wahl 2020 – Umfragen (Trump vs Biden)

Im August 2008 wurde Joe Biden vom damaligen Präsident­schafts­kandidaten der Demokraten, Barack Obama, zum Vize­präsident­schafts­kandidaten ernannt. Im November 2008 konnte Barack Obama die Präsident­schafts­wahl für sich entscheiden, wodurch Joe Biden im Januar 2009 zum 47. Vize­präsidenten der USA wurde. Im Jahr 2012 gelang dem Duo die Wiederwahl. Joe Bidens Amtszeit als Vize­präsident endete im Januar 2017.

Im Oktober 2018 gab Joe Biden an, über eine Kandidatur nachzudenken.5 Sein hohes Alter sieht er selbst als problematischen Faktor für eine mögliche Kandidatur an: Bei der Wahl im November 2020 wird Biden bereits 77 Jahre alt sein.

Bernie Sanders

Bernie Sanders - Kandidat der Demokraten bei der US-Wahl 2020

Bernie Sanders, möglicher Kandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020

Foto: Gage Skidmore. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Bernard Sanders, geboren im September 1941 in New York, studierte Politik­wissen­schaften an der University of Chicago. Seine Karriere als aktiver Politiker begann, als er zwischen 1981 und 1989 Bürgermeister Burlingtons, der größten Stadt des Bundesstaats Vermont, war.

1990 gewann Bernie Sanders die Wahl zum Vertreter des Bundesstaats Vermont im amerikanischen Repräsentanten­haus. Sanders, der keiner Partei angehörte, war von 1991 bis 2007 Mitglied des Repräsentanten­hauses. 2006 gewann er in Vermont die Wahl zum Senator und ist dadurch seit 2007 Mitglied des amerikanischen Senats. In den Jahren 2012 und 2018 gelang Sanders seine Wiederwal zum Senator.

US-Wahl 2020 – Umfragen zur nächsten Präsidentschaftswahl in den USA (Trump vs Sanders)

Im April 2015 gab Sanders bekannt, dass er bei der Präsident­schafts­wahl 2016 kandidieren werde. Da eine Kandidatur als Politiker ohne Partei­zugehörigkeit viel Aufwand mit sich bringt, entschied er sich dafür, an den Vorwahlen der Demokratischen Partei teilzunehmen. Bei diesen verlor er allerdings gegen Hillary Clinton.

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Kamala Harris

Kamala Harris - Kandidatin bei der US-Wahl 2020

Kamala Harris, mögliche Kandidatin der Demokraten bei der US-Wahl 2020

Foto: Office of Senator Kamala Harris. Lizenz: Public Domain

Kamala Devi Harris wurde 1964 im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien geboren und wuchs dort sowie später in Montreal, Kanada, als Kind eines jamaikanischen Vaters und einer indischen Mutter auf. Nach einem Studium der Politik- und der Wirtschafts­wissenschaften absolvierte sie ein Jurastudium und arbeitete anschließend als Anwältin.

Im November 2010 wurde Kamala Harris zur Attorney General des Bundes­staats Kalifornien gewählt. In dieser Position hatte sie sowohl Funktionen einer Justiz­ministerin als auch einer General­staats­anwältin. Nach ihrer Wiederwahl im Jahr 2014 führte sie dieses Amt bis Anfang 2017 aus.

Kamala Harris nahm im November 2016 an der Wahl zum kalifornischen Senator teil und konnte diese mit 62,6 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Seit Januar 2017 ist sie als Senatorin Kaliforniens Mitglied des amerikanischen Senats. In diesem gehört sie den Ausschüssen für Haushalt, Umwelt, Heimatschutz und Geheimdienste an.

Elizabeth Warren

US-Wahl 2020 - Kandidat der Demokraten Elisabeth Warren

Elizabeth Warren, mögliche Kandidatin der Demokraten

Foto: ElizabethForMA/Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Elizabeth Ann Warren wurde im Juni 1949 im Bundesstaat Oklahoma geboren. Von 1987 bis 2002 arbeitete sie als Professorin für Wirtschafts­recht unter anderem an der Harvard Law School. Als Expertin für Wirtschafts­recht war sie wiederholt als politische Beraterin aktiv.

Im August 2011 verkündete Warren ihre Kandidatur für den amerikanischen Senat. Die Wahl im November 2012 konnte sie deutlich gewinnen und wurde damit die erste weibliche Senatorin aus Massachusetts. Im November 2016 gelang ihr die Wiederwahl als Senatorin.

Bereits im Vorfeld der Präsident­schafts­wahl 2016 gab es Spekulationen über eine mögliche Kandidatur Warrens. Sie zeigte allerdings kein Interesse und unterstützte die Kandidatin Hillary Clinton. Im September 2018 gab sie an, nach den Kongress­wahlen am 6. November 2018 ernsthaft über eine Kandidatur bei der Präsident­schafts­wahl 2020 nachzudenken.6

Warren, die bis Mitte der 1990er-Jahre als Republikanerin registriert war, zählt heute zu den schärfsten Kritikern des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Im September 2018 sprach sie sich beispielsweise für ein Amts­enthebungs­verfahren gegenüber Trump aus.

Weitere Kandidaten der Demokratischen Partei

Bis Anfang Januar 2019 haben sich bereits 137 Kandidaten der Demokraten für die Präsident­schafts­wahl 2020 offiziell angemeldet.7

Mögliche Kandidaten der Republikaner

US-Wahl 2020 - Umfrage zu den Kandidaten der Republikaner

Alter der Kandidaten

US-Wahl 2020 - Alter der Kandidaten am Wahltag der Präsidentschaftswahl in den USA