Ergebnis der Landtags­wahl in Bayern 2018

Zuletzt aktualisiert: 24.10.2018

Werbung

Ergebnis der Landtagswahl in Bayern 2018

Vorl. amtl. Endergebnis

Ergebnis der Landtagswahl in Bayern 2018Wahlergebnis für die Landtagswahl in Bayern 2018 (Vorläufiges Endergebnis)

Ausgangslage

Ergebnis der Wahl des bayerischen Landtages 2018 - Ausgangslage

Umfrage zum Ergebnis der Landtagswahl

Laut einer Umfrage vom 15.10.2018, dem Tag nach der Landtagswahl in Bayern, ist die Hälfte der Wähler sehr oder eher zufrieden mit dem Ergebnis der Wahl.

Landtagswahl in Bayern - Umfrage über Zufriedenheit nach dem Ergebnis der Wahl

Bei einer ähnlichen Umfrage nach der letzten Bundestagswahl ergab sich ein ganz anderes Bild: Damals waren 82 Prozent der Wähler sehr oder eher unzufrieden mit dem Wahlergebnis.

CSU – Christlich-Soziale Union in Bayern

Trotz Verlusten: großer Vorsprung für die Union

Bei der Landtags­wahl in Bayern 2018 (vorläufiges amtliches Endergebnis) bekommt die CSU 37,2 Prozent der Wähler­stimmen. Das sind 10,5 Prozent­punkte weniger als bei der Landtags­wahl im Jahr 2013 – und zugleich das schlechteste Ergebnis der CSU seit mehr als 60 Jahren.

Dennoch bleibt die CSU mit 19,7 Prozent­punkten Vor­sprung vor den Grünen die mit Abstand stärkste poli­tische Kraft in Bayern. Die CSU wird höchst­wahrscheinlich den Minister­präsidenten stellen (siehe mögliche Koalitionen).

Wahlergebnisse der CSU bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen bis 2018

 

Zweitgrößter Zuwachs für Bündnis 90/Die Grünen Bayern

Gutes Ergebnis für die Grünen: 2018 können sie ihr bisher bestes Ergebnis bei Landtags­wahlen in Bayern einfahren. Laut vorläufigem Endergebnis gewinnt die Partei 8,9 Prozent­punkte im Vergleich zur Landtags­wahl 2013 hinzu.

Wahlergebnisse der Grünen Landtagswahlen und bei Bundestagswahlen bis 2018

Mit 17,5 Prozent der Stimmen landen die Grünen auf dem zweiten Platz vor FW und AfD. Bei der letzten Wahl zogen die Grünen an vierter Stelle in den Landtag ein – damals nur 0,4 Punkte hinter den Freien Wählern.

Folgen Sie der Landtagswahl in Bayern auf Facebook und Twitter!

Landtagswahl 2018: Freie Wähler Bayern

Bei der Landtagswahl 2018 gewinnen die Freien Wähler laut vorläufigem Endergebnis 2,6 Prozent­punkte hinzu und bekommen 11,6 Prozent der Wählerstimmen.

Die Freien Wähler sind seit zwei Legislatur­perioden im Bayerischen Landtag vertreten. Sowohl bei der Landtagswahl 2008 als auch 2013 waren sie mit folgenden Ergebnissen die dritt­stärkste Partei nach CSU und SPD:

  • Landtagswahl 2008: 10,2 Prozent der Stimmen, 21 von 187 Sitzen im Landtag
  • Landtagswahl 2013: 9,0 Prozent der Stimmen, 19 von 180 Sitzen im Landtag

Auf Bundesebene erzielten die Freien Wähler bei der Bundestagswahl 2017 das beste Ergebnis unter den Kleinparteien: Mit 1,0 Prozent Zweitstimmen (463.052 Stimmen insgesamt) positionierten sich die Freien Wähler vor „Der Partei“ und der Tierschutzpartei.

Werbung

Die AfD Bayern bei der Landtagswahl 2018

Die AfD ist 2018 zum ersten Mal bei einer Landtags­wahl in Bayern angetreten. Die Partei katapultiert sich laut vorläufigem Endergebnis mit 10,2 Prozent der Wählerstimmen auf den vierten Platz.

Landtagswahl in Bayern - Wahlergebnisse der AfD bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen

Bei der letzten Bundestags­wahl im September 2017 stimmten 12,4 Prozent der bayerischen Wähler für die AfD – die Partei landete damit 3,6 Prozent­punkte vor den Grünen.

„BayernSPD“: der Landesverband der SPD in Bayern

Die Landtags­wahl 2018 wurde für die bayerische SPD zur eklatanten Niederlage. Laut Endergebnis stimmten 9,7 Prozent der Wähler zugunsten der SPD ab – 10,9 Prozent weniger als bei der letzten Wahl.

Wahlergebnisse der SPD bei Landtagswahlen und bei Bundestagswahlen bis 2018

So wenig Zuspruch bei einer bayerischen Landtags­wahl hatten die Sozial­demo­kraten noch nie.1

Die FDP Bayern bei der Landtagswahl 2018

Nach dem bayern- sowie bundes­weiten Wahldebakel für die Freien Demokraten im Jahr 2013, massivem Stimmverlust und dem daraus folgenden Auszug aus dem Bayerischen Landtag scheint die FDP laut vorläufigem Endergebnis wieder einen Zugewinn an Stimmen zu verzeichnen.

Ergebnisse der FDP Bayern bei Bundes- und Landtagswahlen bis 2018

Im Gegensatz zu den 2013 erreichten 3,3 Prozent der Wähler­stimmen gehen nach dem vorläufigen Endergebnis bei der bayerischen Landtags­wahl im Oktober 2018 5,1 Prozent an die Freien Demokraten. Mit diesem Zuwachs von 1,8 Prozent­punkten schafft die FDP die Fünf-Prozent-Hürde sowie den erneuten Einzug in den Landtag und könnte sogar aktiv an einer regierungs­bildenden Koalition mit CSU und den Freien Wählern beteiligt sein.

Ihr anvisiertes Wahlziel von acht Prozent konnte die Partei allerdings nicht erreichen – dennoch ist die FDP neben Bündnis 90/Die Grünen und der AfD einer der Wahl­gewinner der Landtags­wahl 2018.

Ergebnis der Kleinparteien

Ergebnis der Kleinparteien bei der Landtagswahlen in Bayern 2018 (u.a. BP, Piraten, die Partei)

Werbung

Sitzverteilung im Landtag

Bei der Landtagswahl werden die Abgeordneten des Bayerischen Landtags gewählt. Der Landtag besteht regulär aus 180 Sitzen. In der Praxis kann die Anzahl der Abgeordneten wegen Überhang- und Ausgleichs­mandaten größer sein: In der Legislatur­periode 2008–2013 hatte Bayern 187 Mitglieder im Landtag.

Für das folgende Diagramm wurde bei der Sitz­verteilung mit einer Anzahl von 205 Abgeordneten gerechnet (vorläufiges Endergebnis). Die Verteilung der Sitze erfolgt nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren.

Vorl. amtl. Endergebnis

Landtagswahl 2018 in Bayern – Sitzverteilung im Landtag (Ergebnis)

Ausgangslage

Sitzverteilung und Sitzordnung im bayerischen Landtag vor der Landtagswahl 2018

Die Sitzordnung des Diagramms richtet sich nach der Sitz­ordnung der 17. Wahlperiode (2013–2018). Die Platzierung der AfD rechts außen wurde von anderen Landes­parlamenten (z.B. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein) übernommen.

Neu: Umfrage zu Koalitionen

Welche Koalition finden Sie am besten geeignet, um nach der Landtagswahl 2018 Bayern voranzubringen?

Ergebnis anzeigen

Loading ... Loading ...

Beginn der Umfrage: 15.10.2018 um 10:01 Uhr

Mögliche Koalitionen im Bayerischen Landtag finden Sie hier.

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern

Auch wenn die Wahlbeteiligung bei Bundestags­wahlen seit 1986 durchwegs höher als bei den Landtags­wahlen in den entsprechenden Jahren war, lassen sich ähnliche Tendenzen erkennen. Nach einer langsamen, wenn auch nicht kontinu­ier­lichen Abnahme der Wahl­beteiligung bis auf einen Tiefstwert von 57,1 Prozent (bayerische Landtags­wahlen im Jahr 2003) beziehungsweise 70,8 Prozent (Bundestagswahl 2009) steigt die Wahl­beteiligung seither wieder an.

Wahlbeteiligung

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern im Vergleich zu Bundestagswahlen (bis zur Landtagswahl 2018)

Seit 1946

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern (von 1946 bis zur Landtagswahl 2018)

Überraschend hohe Wahl­beteiligung bei der Landtagswahl 2018

Bei der bayerischen Landtagswahl 2018 lag die Wahl­beteiligung bei 72,4 Prozent und erreichte damit einen Wert, den sie zuletzt in den 1980er-Jahren hatte. Es ist damit das dritte Mal in Folge seit 2003, dass die Wahl­beteiligung wieder ansteigt.

Wahlergebnis in den bayerischen Großstädten

Werbung

Veröffentlichung der Wahlergebnisse: die drei Etappen des Ablaufs

Die Veröffentlichung der Wahl­ergebnisse in Bayern erfolgt wie bei allen Landtagswahlen in drei Etappen:

Werbung

Landtags­wahl in Bayern 2018

Die Landtagswahl in Bayern 2018 findet am 14. Oktober 2018 statt. Sie wird auch „Wahl zum 18. Bayerischen Landtag“ genannt.

Mögliche Koalitionen nach der Landtags­wahl in Bayern 2018

Zuletzt aktualisiert: 17.10.2018

Seit 1962 hatte die CSU die absolute Mehrheit im Bayerischen Landtag – mit einer Ausnahme: Nach der Landtags­wahl 2008 fehlten den Christ­sozialen zwei Sitze zur absoluten Mehrheit.

Die CSU ging damals eine schwarz-gelbe Koalition mit der FDP ein. In der darauf­folgenden Legislatur­periode 2013–2018 verfügte die CSU erneut über eine absolute Mehrheit.

Bei der Landtagswahl 2018 hat die Partei von Minister­präsident Markus Söder die absolute Mehrheit im Landtag verloren. Im folgenden Diagramm werden die möglichen Koalitionen für Bayern dargestellt:

Mögliche Koalitionen nach der nächsten Landtagswahl

Koalitionen mit Sitzmehrheit nach der Landtags­wahl 2018 in Bayern

Bei den möglichen Koalitionen im Bayerischen Landtag wird mit einer Besetzung des Landtags mit 205 Sitzen gerechnet. Daraus ergibt sich ab 103 Sitzen eine Mehrheit im Landtag.

Legende: Grüne Zahlen bedeuten eine Mehrheit der Wählerstimmen beziehungsweise der Sitze im Landtag. Rote Zahlen hingegen signalisieren, dass diese Koalition keine Mehrheit hat.

Schwarz-rot-grüne Koalition (CSU + SPD + Grüne, auch Kenia-Koalition genannt)

CSU
85
SPD
22
Grüne
38
Restl.
60
  • Wählerstimmen: 64,4 %
  • Sitze im Landtag: 145 von 205
  • Letzte Kenia-Koalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Obwohl eine Kenia-Koalition rein rechnerisch möglich wäre, ist diese Koalition un­wahrscheinlich, da sowohl CSU und die Grünen als auch CSU und SPD ohne Beteiligung der jeweils dritten Partei eine Mehrheit im Landtag hätten.

Jamaika-Koalition (CSU + FDP + Grüne)

CSU
85
FDP
11
Grüne
38
Restl.
71
  • Wählerstimmen: 59,8 %
  • Sitze im Landtag: 134 von 205
  • Letzte Jamaika-Koalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Eine Jamaika-Koalition würde im Landtag eine deutliche Mehrheit erlangen. Diese Koalition ist ebenfalls un­wahrscheinlich, da CSU und Grüne auch ohne die FDP eine Mehrheit im Landtag erlangen.

Werbung

Schwarz-grüne Koalition (CSU + Grüne)

CSU
85
Grüne
38
Restl.
82
  • Wählerstimmen: 55,2 %
  • Sitze im Landtag: 123 von 205
  • Letzte schwarz-grüne Koalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Mit 123 Sitzen im Landtag hätte eine schwarz-grüne Koalition deutlich mehr als die für eine absolute Mehrheit benötigten 103 Mandate. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis wäre diese Koalition rechnerisch die stärkste Zwei-Parteien-Koalition.

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass es zu einer solchen Koalition kommt. Der Fraktions­vorsitzende der CSU im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, sprach sich deutlich gegen eine Zusammen­arbeit mit den Grünen aus:1

„Dass wir in wesentlichen Punkten mit den Zielen der Bildungspolitik, mit den Zielen der inneren Sicherheit, das sind die Kernlandeskompetenzen, kaum Gemeinsamkeiten mit den Grünen haben. Wir haben kaum mit ihnen gemeinsam abgestimmt die ganzen fünf Jahre. Dass ich mir so eine Koalition nicht vorstellen kann, sondern sie ausschließe.“

Die Spitzenkandidaten der Grünen, Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, geben beide an, Regierungs­verantwortung übernehmen zu wollen. Ludwig Hartmann ist allerdings in Bezug auf Markus Söders Position gegenüber Europa skeptisch.2 Er betont:

„Mit einer europafeindlichen CSU werde ich in keine Koalition eintreten.“

Schwarz-gelb-orange Koalition (CSU + FDP + FW)

CSU
85
FDP
11
FW
27
Restl.
82
  • Wählerstimmen: 53,9 %
  • Sitze im Landtag: 123 von 205
  • Letzte schwarz-gelb-orange Koalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Eine sogenannte bürgerliche Koalition aus CSU, FDP und Freien Wählern kommt mit 123 von 205 Sitzen im Bayerischen Landtag auf eine Mandats­mehrheit. Zwischen 2008 und 2013 bildeten CSU und FDP bereits eine gemeinsame Regierung. Die FDP möchte erneut Regierungs­verantwortung übernehmen, kann aber nur in einer schwarz-gelb-orangen Koalition oder in einer Jamaika-Koalition Teil der Regierung werden.

Da CSU und Freie Wähler auch als Zwei-Parteien-Koalition eine Mehrheit im Landtag haben, ist ein Bündnis mit der FDP unwahrscheinlich.

Schwarz-orange Koalition (CSU + Freie Wähler)

CSU
85
FW
27
Restl.
93
  • Wählerstimmen: 48,8 %
  • Sitze im Landtag: 112 von 205
  • Letzte schwarz-orange Koalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Eine Koalition aus CSU und Freien Wählern gilt als sehr wahrscheinlich, und das obwohl eine schwarz-grüne Koalition eine deutlich höhere Mehrheit im Landtag hätte.

Ministerpräsident Markus Söder sprach bereits am Wahlabend von einer „Priorität für ein bürgerliches Bündnis“. Auch Hubert Aiwanger, der Vorsitzende der Freien Wähler, zeigt sich bereit, mit der CSU zusammen­zuarbeiten, und ist zuversichtlich, dass eine solche Koalition zustande kommen kann.3 Er fordert mindestens drei Ministerposten für die Freien Wähler.

Große Koalition (CSU + SPD)

CSU
85
SPD
22
Restl.
98
  • Wählerstimmen: 46,9 %
  • Sitze im Landtag: 107 von 205
  • Letzte Große Koalition in Bayern: Wahl­periode 1950–1954

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erreichen CSU und SPD gemeinsam eine knappe Mehrheit der Wählerstimmen.

Eine Große Koalition ist in Bayern allerdings unwahrscheinlich. Der Spitzen­kandidat der CSU, Markus Söder, gab elf Tage vor der Wahl der Großen Koalition auf Bundes­ebene die Schuld an den niedrigen Ergebnissen der CSU. Vermutlich wird er eine Große Koalition in Bayern vermeiden.

Die Spitzenkandidatin der SPD, Natascha Kohnen, gab bisher keine eindeutige Koalitions­aussage ab. Über eine mögliche Zusammen­arbeit mit Markus Söder äußerte sie sich hingegen wie folgt:4

„Ich will mir gar nicht vorstellen, mit Herrn Söder zu koalieren.“

Koalitionen ohne Sitzmehrheit nach der Landtags­wahl 2018 in Bayern

Regenbogen-Koalition (SPD + FDP + FW + Grüne)

SPD
22
FDP
11
FW
27
Grüne
38
Restl.
107
  • Wählerstimmen: 43,9 %
  • Sitze im Landtag: 98 von 205
  • Letzte Regenbogen-Koalition in Bayern: Wahl­periode 1954–1957 (damals bestehend aus SPD, Bayernpartei, BHE und FDP)5

Die CSU war seit 1957 an jeder Bayerischen Landesregierung beteiligt. Vor der Wahl ließen Umfragen eine Koalition ohne Beteiligung der CSU als möglich erscheinen. Ein Bündnis aus SPD, FDP, den Freien Wählern und den Grünen (Regenbogen-Koalition) käme jedoch auf 98 von 205 Sitzen im Landtag und läge damit unter den für eine Mandatsmehrheit benötigten 103 Sitzen.

Der Spitzenkandidat der FDP, Martin Hagen, zeigte zwar eine grundsätzliche Bereitschaft für eine solche Koalition, geht aber davon aus, dass die Parteien zu geringe Schnitt­mengen besitzen.6 Hubert Aiwanger, der Spitzen­kandidat der Freien Wähler, ist hingegen nicht bereit, Teil einer Koalition unter Führung der Grünen zu sein7:

„Ich werde keinen Grünen zum Minister­präsidenten wählen.“

Schwarz-gelbe Koalition (CSU + FDP)

CSU
85
FDP
11
Restl.
109
  • Wählerstimmen: 42,2 %
  • Sitze im Landtag: 96 von 205
  • Letzte schwarz-gelbe Koalition in Bayern: Wahl­periode 2008–2013 mit Horst Seehofer als Ministerpräsidenten

Eine Koalition aus CSU und FDP hat laut vorläufigem amtlichen Ergebnis deutlich weniger als die für eine Mandats­mehrheit benötigten 103 Sitze im Landtag und wird daher nicht zustande kommen.

Als die CSU nach der Landtagswahl 2008 ihre absolute Mehrheit im Landtag verlor, bildete sie gemeinsam mit der FDP eine Regierung unter Horst Seehofer als Minister­präsidenten. Markus Söder, der Spitzenkandidat der CSU und derzeitige Minister­präsident Bayerns, war in dieser Regierung zuerst Minister für Umwelt und Gesundheit, bevor er 2011 Finanz­minister wurde.

Bei der anschließenden Landtagswahl im Jahr 2013 verlor die FDP gegenüber der vorher­gehenden Wahl 4,7 Prozent­punkte und scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Daher war sie in der vergangenen Legislatur­periode nicht im Bayerischen Landtag vertreten.

Werbung

Ampelkoalition: Rot-Gelb-Grün (SPD + FDP + Grüne)

SPD
22
FDP
11
Grüne
38
Restl.
134
  • Wählerstimmen: 32,6 %
  • Sitze im Landtag: 71 von 205
  • Letzte Ampelkoalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Die sogenannte Ampelkoalition aus CSU, FDP und Grünen kommt laut Ergebnis auf 71 Sitze im Landtag und ist damit 32 Sitze von einer Mandats­mehrheit entfernt. Daher ist ein solches Bündnis nach der Landtagswahl 2018 ausgeschlossen.

Warum gibt es keine Koalitions­möglichkeiten mit der AfD?

CSU
85
AfD
22
Restl.
98
  • Wählerstimmen: 47,4 %
  • Sitze im Landtag: 107 von 205
  • Letzte Schwarz-blaue Koalition in Bayern: noch nie vorgekommen

Eine schwarz-blaue Koalition zwischen CSU und AfD kommt laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 107 von 205 Sitzen und wäre damit regierungs­fähig. Die CSU schließt allerdings eine Koalition mit der AfD kategorisch aus.8

Bei der zu erwartenden Sitzanzahl der AfD im Landtag (derzeit 22 Sitze) scheinen keine weiteren Zwei-Parteien-Koalitionen mit der AfD in Bayern möglich.

Werbung

Wahlprogramme für die Landtagswahl 2018 in Bayern

Zuletzt aktualisiert: 13.10.2018

Auf dieser Seite finden Sie die Wahl­programme der Parteien, die an der Landtagswahl 2018 in Bayern teilnehmen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt haben alle „etablierten Parteien“ ihr Wahl­programm veröffentlicht.

Wahlprogramme aller Parteien für die Landtagswahl in Bayern

Die Parteien werden in der Reihenfolge vorgestellt, in der sie in der Prognose für die Landtags­wahl 2018 aufgeführt werden.

Werbung

Wahlprogramm der CSU

  • Status: beschlossen (15. September 2018)

Ihr Wahlprogramm für die Landtagswahl 2018 in Bayern nennt die Christlich-Soziale Union gleich „Regierungs­programm“. Denselben Begriff benutzt die Union bei Bundestags­wahlen. Das CSU-Programm der letzten Landtagswahl trug den Titel „Der Bayernplan“ – dieser Titel wird bei der Landtags­wahl 2018 nicht erneut verwendet.

Wahlprogramm der CSU für die Landtagswahl 2018 in Bayern

Das Wahlprogramm der CSU für die Landtagswahl 2018 wurde auf dem Parteitag in München am 15. September 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Schon bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 wurde das Programm der CSU erst knappe zwei Monate vor der Wahl bekannt­gegeben. Für die kommende Landtags­wahl in Bayern ist der Abstand noch kürzer: Die Ver­öffent­lichung erfolgte sogar nur vier Wochen vor der Wahl.

Das Programm der CSU für die Landtagswahl 2018 können Sie hier als PDF herunter­laden:

Das Programm der letzten Landtagswahl ist noch erhältlich und kann ebenfalls als PDF herunter­geladen werden:

Ebenfalls erhältlich ist das Grundsatz­programm der CSU. Im Gegensatz zu Wahl­programmen werden Grundsatz­programme in großen zeitlichen Abständen, manchmal von mehreren Jahr­zehnten, heraus­gegeben.1 Das aktuelle Grundsatz­programm von 2016 können Sie hier als PDF herunterladen:

Programm von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl in Bayern

Kandidaten der Grünen Bayern bei der Vorstellung des Programms für die Landtagswahl 2018

  • Status: beschlossen (6. Mai 2018)

Das Programm der bayerischen Grünen für die Landtagswahl wurde am 6. Mai 2018 auf der Landes­delegierten­konferenz im ober­fränkischen Hirschaid einstimmig beschlossen. Die endgültige Fassung ist hier als PDF erhältlich:

Programm der AfD Bayern für die Landtagswahl 2018

Wahlprogramm der AfD für die LTW 2018 in Bayern

  • Status: beschlossen (10. Juni 2018)

Das Wahlprogramm der AfD Bayern für die Landtagswahl wurde am 10. Juni 2018 auf dem Landes­parteitag in Nürnberg mit 80 Prozent Zustimmung beschlossen. Das Programm ist hier als PDF erhältlich:

Wahlprogramm der SPD Bayern für die Landtagswahl 2018

Programm der SPD für die Landtagswahl 2018 in Bayern

  • Status: beschlossen (16. Juni 2018)

Das Wahlprogramm der BayernSPD für die Landtagswahl 2018 wurde auf dem Landes­partei­tag in Weiden am 16. Juni 2018 von den 300 Delegierten einstimmig beschlossen. Bei der letzten Landtagswahl in Bayern nannte die SPD ihr Programm noch „Regierungs­programm“, dieser Begriff wurde im Hinblick auf die Landtagswahl 2018 aufgegeben. Die finale Version des Programms können Sie hier als PDF herunterladen:

Das Grundsatzprogramm der SPD Deutschland ist ebenfalls erhältlich, allerdings ist dieses mehr als 10 Jahre alt:

Folgen Sie der Landtagswahl in Bayern auf Facebook und Twitter!

Wahlprogramm der Freien Wähler Bayern

Programm der Freien Wähler (FW) zur Landtagswahl 2018 in Bayern

  • Status: beschlossen (30. Juni 2018)

Das Programm der FW Bayern für die Landtagswahl wurde am 30. Juni 2018 auf dem Programm­parteitag zur Landtagswahl 2018 beschlossen. Das Programm der Freien Wähler als PDF herunterladen:

Wahlprogramm der FDP Bayern für die Landtagswahl 2018

Wahlprogramm der FDP für die Bundestagswahl 2018 in Bayern

  • Status: beschlossen (26. März 2018)

Ihr Programm für die Landtagswahl in Bayern hat die FDP bereits Ende März auf dem Landes­parteitag in Bad Windsheim beschlossen. Auf dem gleichen Parteitag wurde Martin Hagen zum Spitzen­kandidaten gekürt.
Das Programm können Sie hier als PDF herunterladen:

Wahlprogramm der Linken für die Landtagswahl 2018

Wahlprogramm der LINKE Bayern für die Landtagswahl 2018

  • Status: beschlossen (28. April 2018)

Die bayerische Linke hat ihr Programm für die Landtagswahl im April 2018 auf dem Landes­parteitag im schwäbischen Kissing beschlossen. Auf demselben Parteitag entschied sich DIE LINKE Bayern, zwei Spitzen­kandidaten, Ates Gürpinar und Eva Bulling-Schröter, in den Landtags­wahlkampf zu schicken.

Das Programm können Sie hier als PDF herunterladen:

Werbung

Termin der Landtagswahl 2018 Wann findet die nächste Landtagswahl in Bayern statt?

Die nächste Landtags­wahl in Bayern wird voraus­sicht­lich am 14. Oktober 2018 statt­finden.

Datum der Landtagswahl in Bayern

Dieses Datum wurde bereits am 9. Januar 2018 vor­geschlagen und am 20. Februar 2018 von der Landes­regierung offiziell festgesetzt. Den Termin für die Landtagswahl 2018 in Bayern können Sie mit dem folgenden Link in Ihren elektronischen Kalender importieren:

Wahlperiode und Festsetzung des Wahltags

Der Bayerische Landtag wird für fünf Jahre gewählt. Genaueres zur Festsetzung des Termins für die Landtagswahl wird in Artikel 20 des Landeswahlgesetzes erläutert. Die Neuwahl findet frühestens 59 Monate, spätestens 62 Monate nach der vorausgegangenen Landtagswahl statt. Somit findet die übernächste Landtagswahl voraussichtlich im Herbst 2023 statt.

Wann gibt es ein vorläufiges oder endgültiges amtliches Ergebnis?

Bei Landtags- und Bundestagswahlen wird bereits wenige Stunden nach dem Schließen der Wahl­lokale um 18.00 Uhr das vorläufige amtliche End­ergebnis verkündet. Das end­gültige amtliche Ergebnis gibt es erst einige Tage bis wenige Wochen nach der Wahl.

Als Beispiel für den Ablauf der Landtagswahl 2018: Bei der letzten Landtagswahl, die am 15. September 2013 stattfand, gab der Landeswahl­leiter in der Wahlnacht um ca. 3.00 Uhr das vor­läufige amtliche Ergebnis bekannt. Das end­gültige Ergebnis der Wahl wurde am 1. Oktober, also 16 Tage nach der Wahl, vom Landes­wahl­ausschuss festgestellt.

Bezirkstagswahlen in Bayern

Die 16. Bezirkstagswahlen in Bayern finden ebenfalls am 14. Oktober 2018 statt. Gewählt werden die sieben Bezirks­tage für Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben für eine Amtsperiode von fünf Jahren. Im Gegensatz zur Landtagswahl gibt es bei der Wahl der Bezirkstage keine Fünf-Prozent-Klausel.

Die Zuständig­keits­bereiche der Bezirke sind unter anderem das Sozial- und Gesundheits­wesen, die Kultur- und Heimat­pflege und der Schutz der Natur und Gewässer.

Werbung

Wahl­benach­richtigung, Briefwahl, Öffnungszeiten … Informationen zur Landtagswahl in Bayern

Zuletzt aktualisiert: 12.10.2018

Wahlunterlagen für die Landtagswahl und Bezirktagswahl in Bayern (Breifwahl, Stimmzettel und Wahlumschläge)

Hier werden verschiedene Fragen rund um die Landtagswahl 2018 in Bayern beantwortet, insbesondere bezüglich Wahl­benach­richtigung, Briefwahl, Wahllokal und Öffnungszeiten.

Diese Informationen gelten auch für die Bezirkstags­wahlen, die am gleichen Tag stattfinden.

Werbung

1. Wahl­benach­richtigungen und Stimmrecht

Was muss ich tun, um eine Wahl­benach­richtigung zu bekommen?

Wenn Sie bis zum Stichtag, dem 2. September 2018, bei einer Gemeinde in Bayern gemeldet sind, müssen Sie nichts unternehmen. Sie werden automatisch in das Wähler­verzeichnis eingetragen und bekommen eine Wahl­berechtigungs­karte zugestellt.

Falls Sie umgezogen sind und nach dem Stichtag Ihre Meldepflicht erfüllt haben, müssen Sie sich mit Ihrer Gemeinde in Verbindung setzen.

Wann bekomme ich eine Wahl­benach­richtigung?

Laut Landeswahlleiter bekommen alle Stimm­berechtigten ihre Wahl­benach­richtigung für die Landtagswahl und die Bezirks­wahlen zwischen dem 2. und dem 23. September 2018.1

Sollten Sie nach dem 23. September 2018 keine Wahl­berechtigungs­karte erhalten haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrer Gemeinde in Verbindung.

Beispiel einer Wahlbenachrichtigung für die Landtagswahl in Bayern

Beispiel einer Wahl­benach­richtigung für Bayern

Bin ich Stimm­berechtigt? Wer darf wählen?

Wer wählen darf, ist im Art. 1 des Landeswahl­gesetzes2 festgelegt. Stimm­berechtigt ist, wer am Tag der Abstimmung folgende drei Kriterien erfüllt:

  • die deutsche Staats­angehörigkeit besitzt,
  • volljährig ist und
  • mindestens drei Monate lang seinen Haupt­wohnsitz in Bayern hatte.

Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 waren in Bayern 9,4 Millionen Einwohner wahl­berechtigt bei einer Gesamt­bevölkerung von 12,6 Millionen. Die Wahl­beteiligung lag bei 63,6 Prozent: 6,0 Millionen Bayern gingen zur Urne.

Wahlberechtigte und Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen im Freistaat Bayern

Was ist der Unterschied zwischen Wahlberechtigung und Wahlschein?

Mit einer Wahl­benach­richtigung werden Sie darüber informiert, dass Sie im Wähler­verzeichnis Ihrer Gemeinde eingetragen sind. Die Wahl­berechtigung enthält mindestens folgende drei Angaben:

Meistens dient die Rückseite der Wahl­benach­richtigung als Formular für einen Antrag auf Erteilung eines Wahlscheins.

Einen Wahlschein benötigen Sie in einer der folgenden drei Situationen:

  • Sie möchten nicht in Ihrem (auf der Wahl­benach­richtigung angegebenen) Wahllokal, sondern in einem anderen Wahllokal abstimmen,
  • Sie möchten per Briefwahl abstimmen oder
  • in Ausnahmefällen: Sie sind nicht in dem Wähler­verzeichnis Ihrer Gemeinde eingetragen (zum Beispiel wegen eines Umzugs kurz vor der Wahl), aber dennoch wahlberechtigt.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass Sie einen Wahlschein beantragen müssen, während Sie im Normalfall eine Wahl­benach­richtigung automatisch per Post bekommen.

Werbung

2. Wahlschein und Briefwahl

Wie beantrage ich einen Wahlschein?

Um einen Wahlschein zu bekommen, stehen Ihnen vier Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Sie füllen das auf der Rückseite der Wahl­benach­richtigung abgedruckte Formular aus (Antrag auf Erteilung eines Wahlscheins). Das Formular können Sie entweder per Post an die Gemeinde zurückschicken oder dort persönlich abgeben. Letzteres hat den Vorteil, dass Sie meistens die Wahl­unterlagen sofort bekommen und vor Ort auch gleich per Briefwahl wählen können. Ihr Wahl­umschlag wird von der Gemeinde bis zum Wahltag sicher verwahrt.
  2. Sie können einen Wahlschein schriftlich formlos beantragen per Brief, Fax oder E-Mail. Stimmkreis- und Wähler­verzeichnis­nummer sollten Sie angeben – diese sind auf der Wahl­benach­richtigung zu finden. Ein Grund für die Briefwahl muss nicht angegeben werden.
  3. Viele Gemeinden bieten ein Online-Formular für die Beantragung eines Wahlscheins an. Das Online-Formular finden Sie über die Website Ihrer Gemeinde oder über das BayernPortal (Abschnitt „Vor Ort“).
  4. Sie können persönlich bei Ihrer Gemeinde einen Wahlschein beantragen. Vergessen Sie nicht, einen gültigen amtlichen Ausweis sowie Ihre Wahl­benach­richtigung (falls vorhanden) mitzunehmen.

Bitte beachten: Die telefonische Beantragung des Wahlscheins ist nicht möglich.

Darf ich per Briefwahl abstimmen?

Ja.

Vor Dezember 2008 mussten bei der Beantragung von Wahlscheinen Gründe angegeben werden und gegebenen­falls glaubhaft gemacht werden.3

Spätestens seit einer Entscheidung des Bundes­verfassungs­gerichts im Juli 20134 ist eine Angabe von Gründen nicht mehr notwendig. Jeder darf sein Wahlrecht per Briefwahl ausüben ohne Angabe eines Grundes.

Bei der Landtagswahl im Jahr 2013 stimmten 2,2 Millionen Bayern per Briefwahl ab. Mehr als ein Drittel der Wahl­berechtigten (36,8 Prozent) wählten per Briefwahl. Es wird erwartet, dass diese Zahl bei der Landtags­wahl 2018 noch übertroffen wird.

Briefwahl bei Landtagswahlen in Bayern

3. Hinweise zum Wahltag

Muss ich am Wahltag meinen Personal­ausweis oder Reisepass vorzeigen?

Wenn Sie im eigenen Wahllokal Ihre Stimme abgeben, reicht in der Regel die Vorlage Ihrer Wahl­benach­richtigung. Dennoch ist es empfehlens­wert, einen gültigen amtlichen Ausweis mitzunehmen, da dieser verlangt werden kann.

Öffnungszeiten: Wann sind die Wahllokale geöffnet?

Die Öffnungszeiten der Wahllokale sind im § 47 der Bundeswahlordnung5 definiert. Bei der Landtagswahl in Bayern (wie auch bei allen Landtagswahlen und Bundestagswahlen) sind die Wahllokale von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Lesen Sie auch:

Werbung

Die Kleinparteien bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Zuletzt aktualisiert: 13.10.2018

Werbung

Was ist eine Kleinpartei?

Der Begriff der Partei ist im „Gesetz über die politischen Parteien“ (Parteien­gesetz, abgekürzt PartG) definiert.1 Der Begriff „Kleinpartei“ ist im Parteien­gesetz nicht ein Mal zu finden. Im Duden wird eine Klein­partei knapp definiert:

„Partei, deren Wählerschaft oder Mitglieder­schaft klein ist.“

Der Politologe Dirk van den Boom definiert Kleinpartei als „eine politische Partei, die sich aufgrund der rechtlichen, finanziellen, personellen, organisa­to­rischen und program­ma­tischen Rahmen­bedingungen ihrer Arbeit nicht derart im politischen System durchsetzt, dass sie in signifikantem Maße aktiv und gestaltend am Entscheidungs­prozess und an der Auswahl politischen Führungs­personals teilhat“.2

Die Sonderfälle FDP und Linke

In Bayern ergibt sich die Situation, dass FDP und Linke nicht im Landtag vertreten sind und auf Landesebene als Klein­parteien gelten müssten, obwohl sie auf Bundes­ebene und in vielen anderen Bundes­ländern große Parteien sind.

Ausgangslage: Kleinparteien bei der Landtagswahl in Bayern 2013

Bei der letzten Landtagswahl in Bayern bekamen sechs Parteien zwischen ein und fünf Prozent der Gesamtstimmen:

Diagramm

Kleinparteien bei der Landtagswahl in Bayern

Text

  • Freie Demokratische Partei (FDP): 3,3 Prozent
  • DIE LINKE (LINKE): 2,1 Prozent
  • Bayernpartei (BP): 2,1 Prozent
  • Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP): 2,0 Prozent
  • Piratenpartei Deutschland (Piraten): 2,0 Prozent
  • Die Republikaner (REP): 1,0 Prozent

Weitere fünf Parteien bekamen weniger als ein Prozent der Gesamtstimmen und könnten als „Kleinstparteien“ bezeichnet werden:

  • Partei für Franken (DIE FRANKEN): 0,7 Prozent
  • Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD): 0,6 Prozent
  • Frauenliste Bayern (FRAUENLISTE): 0,1 Prozent
  • Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie (DIE FREIHEIT): 0,1 Prozent
  • Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo): 0,0 Prozent

Welche Kleinparteien werden an der Wahl 2018 teilnehmen?

Am 18. September 2018 hat der Landes­wahl­leiter die offizielle Liste der an der Landtags­wahl teil­nehmenden Parteien und Bewerber veröffentlicht. Demnach haben 18 Parteien Wahl­vorschläge eingereicht. Davon waren die folgenden 11 Parteien weder im Bayerischen Landtag noch im Deutschen Bundestag un­unterbrochen vertreten:

  • Bayernpartei (BP)
  • Liberal-Konservative Reformer – Die EURO-Kritiker (LKR)
  • mut
  • Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
  • Partei der Humanisten (Die Humanisten)
  • Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Eliten­förde­rung und basis­demokratische Initiative (Die PARTEI)
  • Partei für Franken (DIE FRANKEN)
  • Partei für Gesundheits­forschung (Gesundheitsforschung)
  • PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)
  • Piratenpartei Deutschland (PIRATEN)
  • V-Partei3 – Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer (V-Partei3)

Die Republikaner (REP) nehmen an der Landtagswahl 2018 nicht teil. Die „Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie“ hat sich 2016 aufgelöst und wird an der Wahl 2018 nicht teilnehmen.

Folgen Sie der Landtagswahl in Bayern auf Facebook und Twitter!

Die Kleinparteien stellen sich vor

Auf dieser Seite stellen sich die Parteien vor, die in der Legislatur­periode 2013–2018 nicht im bayerischen Landtag vertreten sind und laut derzeitigen Umfragen zur Landtags­wahl 2018 unter der Fünf-Prozent-Hürde liegen.

Die Artikel wurden von den jeweiligen Parteien zur Verfügung gestellt.

DIE LINKE (Landesverband Bayern)

Landtagswahl – Die LINKE in Bayern

DIE LINKE. Bayern kämpft für „Mehr für die Mehrheit“ mit den Spitzen­kandidat*innen Ates Gürpinar und Eva Bulling-Schröter

DIE LINKE kämpft für mehr soziale Gerechtigkeit in Bayern. Dies umfasst die Schwerpunkte Gesundheit, Wohnen, Nahverkehr und Bildung. Aber auch der sozial-ökologische Umbau ist uns wichtig. Statt Spezl­wirtschaft, Eliten­politik und Abbau von Grundrechten, steht DIE LINKE als soziale Opposition für das widerständige Bayern: das heißt für eine politische Alternative mit Mehrwert für die Mehrheit. Wichtige Ziele sind der Ausbau eines bezahlbaren öffentlichen Personen­nahverkehrs, günstiger Wohnraum und gute Bildung für alle. Deshalb fordert DIE LINKE unter anderem 40.000 neue Sozial­wohnungen pro Jahr und die Erhöhung der Bildungs­ausgaben auf sieben Prozent des Landeshaushalts.

DIE LINKE setzt sich außerdem für mehr Personal und bessere Arbeits­bedingungen in der Pflege ein und hat deshalb das Volks­begehren „Stoppt den Pflege­notstand an Bayerns Kranken­häusern“ mitinitiiert.

Landtagswahl 2018 – Spitzenkandidaten der LINKE in Bayern

Eva Bulling-Schröter und Ates Gürpinar, Spitzen­kandidatin und Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE. Bayern

Quelle: Die LINKE. Landesverband Bayern

Die Spitzenkandidat*innen der bayerischen LINKEN sind Ates Gürpinar und Eva Bulling-Schröter:

  • Der Medienwissenschaftler Ates Gürpinar ist Landes­sprecher der Partei und Kreis­sprecher in München.
  • Eva Bulling-Schröter ist gelernte Schlosserin, war langjährige Bundestags­abgeordnete und ist Kreis­sprecherin in Ingolstadt.

Der Artikel über DIE LINKE. Bayern wurde von der Partei zur Verfügung gestellt.

Hier finden Sie das Wahlprogramm und die Kandidat*innen der LINKEN. Bayern zur Landtagswahl, aber auch zur Bezirkswahl, die ebenfalls am 14. Oktober stattfindet:
DIE LINKE. Bayern: offizielle Website

Die Bayernpartei

Die Bayernpartei ist eine bayerische Landespartei.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1946 setzt sich die Bayernpartei für mehr Föderalismus und Selbstbes­timmung, ein subsidiäres Europa und die Eigen­staatlichkeit Bayerns ein. In ihrem Grundsatz­programm fordert sie eine Förderung der Heimat, eine Stärkung der Demokratie und der ihr zugrunde liegenden Prinzipien sowie einen subsidiären Staat, der sich an den Interessen der Bürger orientiert.

Kandidat der Bayernpartei bei der Landtagswahl 2018 - Florian Weber

Florian Weber, Partei­vorsitzender und Spitzen­kandidat der Bayernpartei

Quelle: Bayernpartei

Aufgrund der voranschreitenden Aushöhlung der bayerischen Staat­lichkeit sowie der föderativen Staats- und Gesellschafts­ordnung in der Bundes­republik Deutschland und in Europa sieht es die Bayernpartei als ihre vornehmste Aufgabe an, das bayerische Staats­bewusstsein zu pflegen und zu verteidigen.

Mit mehr als 6000 Parteimitgliedern gehört sie zu den mitglieder­stärksten Parteien Bayerns. Auf kommunaler Ebene wie auf Bezirks­ebene ist die Partei fest etabliert: Sie stellt über 100 Kreis- und Gemeinde­räte, sechs Bezirksräte und mit fünf Stadträten die zweit­größte Oppositions­fraktion im Stadtrat der Landes­hauptstadt München.

Die Bayernpartei ist Mitglied der Europäischen Freien Allianz (EFA).

Der Artikel über die Bayernpartei wurde von der Geschäfts­stelle der Bayernpartei zur Verfügung gestellt.

Hier können Sie das Programm der Bayernpartei für die Landtagswahl 2018 online lesen:
Das Weiß-Blaue Manifest: Landtagswahl­programm der Bayernpartei für 2018

Werbung

Die ÖDP Bayern

ÖDP (Landtagswahl Bayern)

Die ÖDP ist die Partei der Wachstums­kritik. Ihre Meinung: wir haben nur eine Erde – grenzen­loses Wirtschafts­wachstum ist bei begrenzten Rohstoff- und Energie­vorräten schlicht und ergreifend unmöglich. Die Klima­über­hitzung ist die unmittelbare Folge des Wachstums­wahns – daher brauchen wir die Energie­wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien in allen Bereichen (Strom, Wärme und Verkehr). Bayern muss bis 2022 den Kohle­ausstieg schaffen.

Die ÖDP ist die Partei für ehrliche Demokratie. Konzern- und Lobbyspenden an Parteien und Politiker müssen endlich verboten werden. Geld­geschenke aus diesen Kreisen verhindern eine Politik, die dem Gemeinwohl dient – das beweist der aktuelle Diesel­skandal. Und die direkte Demokratie durch Volks­begehren und Volks­entscheide muss endlich auf Bundes- und Europaebene eingeführt werden.

Die ÖDP ist die familien- und kinder­freundliche Partei. Die Erziehung von Kindern und die Betreuung pflege­bedürftiger Angehöriger soll ihrer Ansicht nach durch ein Familien­gehalt mit Renten­anspruch finanziell anerkannt werden. Die Bildung unserer Kinder muss umfassend im Sinne des Artikels 131 der Bayerischen Verfassung sein und darf sich nicht nur auf die wirtschaftliche Verwertung ausrichten. Die ÖDP sieht den ständigen Ausbau der Fremd­betreuung außerhalb der Familien in Kitas und Schulen ebenso kritisch wie die „iPhonisierung“ unserer Bildungs­einrichtungen durch die wahllose Ausstattung mit EDV-Technik. Nicht umsonst spricht man vom „Begreifen“ oder anders formuliert: Einmal eine echte Katze streicheln bringt mehr als das hundertste Katzenvideo.

Agnes Becker - Spitzenkandidatin der ÖDP bei der Landtagswahl in Bayern

Agnes Becker, stellv. Landes­vorsitzende und Spitzen­kandidatin der ÖDP Bayern

Quelle: ÖDP Bayern

In der ÖDP Bayern passen Wort/Programm und Tat zusammen. Die ÖDP München hat 2017 mit einem Bürger­entscheid dafür gesorgt, dass das Stein­kohle­kraftwerk in München spätestens zum 31.12.2022 und nicht erst 2035 abgeschaltet wird. Damit werden jährlich 800.000 Tonnen Steinkohle weniger verbrannt.

Mit dem aktuellen Volks­begehren „Rettet die Bienen! Stoppt das Artensterben!“ nimmt die ÖDP den Kampf gegen den dramatischen Schwund von Arten und Lebensräumen in Bayern auf.

Die ÖDP will in den Bayerischen Landtag einziehen. Diesem Ziel nähert sie sich uns von oben und von unten. Seit Mai 2014 vertritt MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner die Partei im Europa­parlament. Seit den letzten Bezirkstags­wahlen 2013 ist die ÖDP in Oberbayern, in Niederbayern, in der Oberpfalz, in Mittel­franken und in Schwaben in den Bezirks­tagen vertreten.

Der Artikel über die ÖDP Bayern wurde von der Partei zur Verfügung gestellt.

Hier können Sie das Programm der ÖDP für Bayern nachlesen:
132 Gründe, die ÖDP zu wählen

Die „Partei für Franken“

Landtagswahl und Bezirkstagswahlen in Bayern - Die Franken
Die „Partei für Franken – DIE FRANKEN“ ist eine bürgerliche Volkspartei, die 2009 in Bamberg gegründet wurde. „Die Franken“ legen das Haupt­augenmerk auf die Belange Frankens und konnten 2013 in die Bezirks­tage von Ober- und Mittel­franken sowie 2014 in Hof, Feucht und Roth in die lokalen Parlamente einziehen.

Die Partei kämpft auf dem demokratischen Weg für die bessere und gleich­berechtigte Wahrnehmung Frankens. Die Partei ist Mitglied in der Allianz gegen Rechts­extremismus in der Metropol­region Nürnberg.

Standpunkte

Die Franken setzen sich konsequent für die Umsetzung des Landes­entwicklungs­programms ein, das gleich­wertige Lebens- und Arbeits­bedingungen in allen Landes­teilen zum Ziel hat.

Wirtschaft

Von 2006 bis einschließlich 2017 wurden durch „Invest in Bavaria“ in Oberbayern mehr als dreimal so viele Arbeits­plätze vermittelt wie in Franken. Die Franken fordern die Auflösung der Agentur „Invest in Bavaria“ und die Gründung einer Agentur „Invest in Franconia“.

Infrastruktur

Verkehr

Die Franken fordern:

  • Ausbau der A3, insbesondere der zügige sechs­spurige Ausbau zwischen Aschaffenburg und dem Kreuz Fürth/Erlangen
  • Kreuzungsfreier Ausbau des Franken­schnellwegs innerhalb Nürnbergs
  • Durchgängige Elektrifizierung der Bahnstrecken Nürnberg–Marktredwitz–Prag sowie bei allen Strecken entlang der sogenannten Oberfranken-Achse
  • Direkte Anbindung des Flughafens Nürnberg an die A3 im Norden
  • Stärkung des ÖPNV

Schnelles Gigabit-Internet

Die Franken fordern ein flächen­deckendes Breit­bandnetz mit Übertragungs­geschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde.

Nahversorgung im ländlichen Raum

Einkaufsmöglichkeiten und eine ärztliche Grund­versorgung dürfen auch in ländlichen Gebieten mit alternder Bevölkerung nicht zum Luxusgut werden. Die Franken fordern, die Grund­versorgung auf dem Land sicherzustellen.

Robert Gattenlöhner – Vorsitzender der Partei für Franken – Landtagswahl und Bezirtagswahlen in Bayern

Robert Gattenlöhner ist Vorsitzender der Partei für Franken. Er ist Bezirksrat in Mittelfranken und Stadtrat in Roth. Er führt die Partei seit ihrer Gründung im Jahr 2009.

Quelle: DIE FRANKEN (Pressefoto)

Forschung und Entwicklung

Der Freistaat Bayern gibt 2018 für die 29 Universitäten und Hochschulen insgesamt 2,85 Milliarden Euro an Investitions­zuschüssen aus. Die beiden Münchener Universitäten bekommen mit 1,28 Milliarden Euro fast die Hälfte aller Investitions­zuschüsse. Die vier fränkischen Universitäten liegen zusammen bei nur 585,2 Millionen Euro (knapp 21 Prozent).

Die Franken fordern ein Ende der Bevorzugung der Münchener Universitäten und die Neuregelung der Investitions­zuschüsse für Universitäten und Hochschulen.

Kultur

Fränkische Steuerzahler finanzieren 25 staatliche Museen und Sammlungen im Kunstbereich in Bayern mit – doch nur drei befinden sich in Franken, während ganze 19 Einrichtungen in München angesiedelt sind. Kultur als „weicher Standortfaktor“ sichert nicht nur Lebens­qualität, sondern auch qualifizierte Arbeitsplätze.

Die Franken fordern mehr kulturelle Einrichtungen für ganz Franken. Beutekunst wie der Bamberger Domschatz und das Fränkische Herzogsschwert gehören zurück nach Franken.

Der Artikel über DIE FRANKEN wurde von der Partei zur Verfügung gestellt.

Lesen Sie auch:

Werbung

Landtags­wahl 2018 in Bayern: Prognose und Spitzenkandidaten

Zuletzt aktualisiert: 20.10.2018

Das vorläufige amtliche Endergebnis finden Sie auf der Ergebnisseite (bitte hier klicken).

Mögliche Koalitionen im Bayerischen Landtag finden Sie hier.

Werbung

Prognose für die Landtagswahl in Bayern

Die folgende Prognose basiert auf den Ergebnissen der letzten großen Umfragen1 zur Landtags­wahl.

Prognose 2018

Landtagswahl in Bayern 2018Prognose für die Landtagswahl in Bayern 2018 (Basiert auf Umfragen)

Ausgangslage

Wahl des bayerischen Landtages 2018 - Ausgangslage

CSU – Christlich-Soziale Union in Bayern

Trotz Verlusten: großer Vorsprung für die Union

Nach aktuellen Umfragen zur Landtags­wahl in Bayern 2018 bekommt die CSU 33,5 Prozent der Wähler­stimmen. Das wären 14,2 Prozent­punkte weniger als bei der Landtags­wahl im Jahr 2013 – und zugleich das schlechteste Ergebnis der CSU seit mehr als 60 Jahren. Dennoch bleibt die CSU mit 15 Prozent­punkten Vor­sprung vor den Grünen die mit Abstand stärkste poli­tische Kraft in Bayern. Die CSU wird höchst­wahrscheinlich den Minister­präsidenten stellen.

Wahlergebnisse der CSU bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen bis 2018

Besonders im Vergleich zur Union auf Bundes­ebene fällt die Stärke der CSU in Bayern auf. Nahezu durchgängig konnte die CSU bei bayerischen Landtags­wahlen mindestens 10 Prozent­punkte mehr erlangen als die Union bei Bundestagswahlen.

Langfristig gesehen ähnelt sich der Verlauf der Kurven von CSU und Union, da die Gewinn- und Verlust­phasen der Parteien annähernd übereinstimmen. Der voraus­sichtliche Stimmen­verlust der CSU bei der Landtagswahl 2018 (siehe Prognose) beispiels­weise gleicht dem der Union bei der Bundestags­wahl 2017 gegenüber der jeweiligen vorher­gehenden Wahl.

Dr. Markus Söder – Spitzenkandidat der CSU

Markus Söder wurde am 5. Januar 1967 in Nürnberg geboren. Ab 1987 studierte er Rechts­wissenschaft, 1998 wurde er zum Dr. jur. promoviert. Markus Söder ist verheiratet und hat vier Kinder.

Markus Söder Spitzenkandidat der CSU bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Der ehemalige bayerische Minister­präsident Horst Seehofer (derzeit Bundes­minister des Innern, für Bau und Heimat) und sein Nachfolger Markus Söder (rechts)

Foto: Andre Freud. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Quelle: Wikimedia

Markus Söder ist seit 1994 Mitglied des Bayerischen Landtags. Im Oktober 2007 wurde er als Staats­minister für Bundes- und Europa­angelegenheiten in das Kabinett Beckstein berufen. Im Kabinett Seehofer wurde Markus Söder:

  • 2008 Staatsminister für Umwelt und Gesundheit,
  • 2011 Staatsminister der Finanzen und
  • 2013 Staatsminister der Finanzen, für Landes­entwicklung und Heimat.

Im Dezember 2017 erfolgte auf dem Nürnberger CSU-Parteitag seine Wahl zum Spitzen­kandidaten für die Landtags­wahl 2018. Seit März 2018 ist Markus Söder bayerischer Ministerpräsident.

Bündnis 90/Die Grünen Bayern

Grüne: zweitgrößter Zuwachs

Gute Aussichten für die Grünen: 2018 könnten sie ihr bisher bestes Ergebnis bei Landtags­wahlen in Bayern einfahren. Laut Umfragen gewinnt die Partei voraus­sichtlich 9,9 Prozent­punkte im Vergleich zur Landtags­wahl 2013 hinzu.

Mit 18,5 Prozent der Stimmen würden die Grünen auf dem zweiten Platz vor AfD und SPD landen. Bei der letzten Wahl zogen die Grünen an vierter Stelle in den Landtag ein – damals nur 0,4 Punkte hinter den Freien Wählern.

Das Spitzenduo der Grünen

Landtagswahl in Bayern - Spitzenkandidaten von Bündnis 90 Die Grünen

Das Spitzen­duo der Grünen für die Landtagswahl 2018

Foto: Fraktion B90/Die Grünen im Bayerischen Landtag. Quelle: Website von Ludwig Hartmann

Die Grünen in Bayern entschieden über ihre Spitzen­kandi­dat(inn)en in einer (Brief-)Urwahl, die vom 26. Januar bis zum 2. Februar 2018 statt­fand.

Die grünen Mitglieder wählten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann zum Spitzenduo für die Landtagswahl 2018. 

Der Sieg von Katharina Schulze, der einzigen weiblichen Kandidatin, galt als sicher. Thomas Gehring, Mitglied des Landtags und parlamen­tarischer Geschäfts­führer der Grünen in Bayern, konnte sich nicht durchsetzen.

Katharina Schulze

Katharina Schulze - Kandidatin der Grünen bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Katharina Schulze, Spitzen­kandidatin der Grünen

Foto: Andreas Gregor. Quelle: Website von Katharina Schulze

Katharina Schulze aus Freiburg im Breisgau wurde 2013 Abgeordnete der Grünen im Bayerischen Landtag. Seit Februar 2017 ist sie dort gemeinsam mit Ludwig Hartmann Fraktions­führerin der Grünen. Zu ihrem politischen Durchbruch verhalfen Katharina Schulze unter anderem zwei Kampagnen in München: Sie setzte sich erfolgreich gegen eine Olympia­bewerbung und gegen den Ausbau des Flughafens ein.

Grundsätzlich tritt sie für Themen wie Demokratie, Europa und Digitalisierung ein. Die Inhalte ihrer Partei beschreibt sie wie folgt:

„Wer ein ökologischeres Bayern, ein sozial gerechteres Bayern und ein digitaleres Bayern will, darf gerne sein Kreuz bei uns machen.“

Ludwig Hartmann

Landtagswahl in Bayern - Ludwig Hartmann, Kandidat der Grünen

Ludwig Hartmann, Spitzen­kandidat der Grünen

Foto: Andreas Gregor. Quelle: Website von Ludwig Hartmann. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Ludwig Hartmann, geboren am 20. Juli 1978 in Landsberg am Lech, wurde 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags. Außerdem ist er seit 2013 einer der beiden Vorsitzenden der Landtags­fraktion für Bündnis 90/Die Grünen. Bekannt ist Hartmann für ein Volks­begehren, das zum Ziel hatte, den täglichen Verbrauch von Land in Bayern von 15 auf 5 Hektar zu begrenzen.

Hartmann wirbt mit Themen wie giftfreie Landwirtschaft, der Abschaffung der Bildungs­ungleichheit und einem Ausbau des Bus- und Bahnangebots in Bayern.

Folgen Sie der Landtagswahl in Bayern auf Facebook und Twitter!

Die AfD Bayern bei der Landtagswahl 2018

Die AfD tritt 2018 zum ersten Mal bei einer Landtags­wahl in Bayern an. Die Partei katapultiert sich laut Umfragen mit 12,0 Prozent der Wählerstimmen auf den dritten Platz.

Bei der letzten Bundestags­wahl im September 2017 stimmten 12,4 Prozent der bayerischen Wähler für die AfD – die Partei landete damit 3,6 Prozent­punkte vor den Grünen.

Die AfD Bayern geht ohne Spitzen­kandidaten in die Landtags­wahl

Auf dem Landes­parteitag der AfD, der am 9. und 10. Juni in Nürnberg stattfand, beschlossen die Parteimitglieder, auf Spitzen­kandidaten zu verzichten. Die Listenführer der sieben bayerischen Regierungs­bezirke sollen die Aufgabe gemeinsam übernehmen.4

Ebenso wurde das Wahlprogramm der AfD beschlossen. Nach sieben­stündiger Diskussion wurde das Programm mit 80 Prozent Zustimmung angenommen. Es wurde Mitte Juli 2018 offiziell veröffentlicht.5

Werbung

„BayernSPD“: der Landesverband der SPD in Bayern

SPD: größte Verluste seit 1932

Die Landtags­wahl 2018 könnte für die bayerische SPD zur eklatanten Niederlage werden. Laut Umfragen würden 11,0 Prozent der Wähler zugunsten der SPD abstimmen – 9,6 Prozent weniger als bei der letzten Wahl. So wenig Zuspruch bei einer bayerischen Landtags­wahl hatten die Sozial­demo­kraten noch nie.6

Natascha Kohnen - Kandidatin der SPD - Landtagswahl 2018 in Bayern

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der BayernSPD und Spitzen­kandidatin für die Landtagswahl 2018

Quelle: Website der BayernSPD Landtagsfraktion (Pressefoto)

Natascha Kohnen – Spitzenkandidatin der SPD

Natascha Kohnen wurde am 27. Oktober 1967 in München geboren. Nach ihrem Biologie­studium an der Universität Regensburg machte sie sich 1996 als Lektorin selbst­ständig und zog Ende der 1990er-Jahre mit ihrer Familie für mehrere Jahre nach Paris. Wieder zurück im Landkreis München gründete sie 2001 ihr eigenes Redaktions­büro für natur­wissenschaft­liche Schul­bücher. Natascha Kohnen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Natascha Kohnen ist seit Oktober 2008 Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Seit Dezember 2015 ist sie im SPD-Bundes­vorstand, seit Mai 2017 Landes­vorsitzende der BayernSPD. Im November 2017 erfolgte durch den bayerischen SPD-Partei­vorstand ihre einstimmige Nominierung als Spitzen­kandidatin für die Landtagswahl 2018.

Landtagswahl 2018: Freie Wähler Bayern

Die Freien Wähler sind seit zwei Legislatur­perioden im Bayerischen Landtag vertreten. Sowohl bei der Landtagswahl 2008 als auch 2013 waren sie mit folgenden Ergebnissen die dritt­stärkste Partei nach CSU und SPD:

  • Landtagswahl 2008: 10,2 Prozent der Stimmen, 21 von 187 Sitzen im Landtag
  • Landtagswahl 2013: 9,0 Prozent der Stimmen, 19 von 180 Sitzen im Landtag

Auf Bundesebene erzielten die Freien Wähler bei der Bundestagswahl 2017 das beste Ergebnis unter den Kleinparteien: Mit 1,0 Prozent Zweitstimmen (463.052 Stimmen insgesamt) positionierten sich die Freien Wähler vor „Der Partei“ und der Tierschutzpartei.

Bei der Landtagswahl 2018 könnte die zum ersten Mal in Bayern antretende AfD die Freien Wählern manche Wählerstimme kosten. Laut aktuellen Umfragen7 könnten die Freien Wähler 1,5 Prozent­punkten hinzugewinnen.

Spitzenkandidat der Freien Wähler

Der 47-jährige Hubert Aiwanger besetzt die Spitzen­position bei den Freien Wählern sowohl in Bayern als auch auf Bundes­ebene. Er ist unter anderem:

  • Bundesvorsitzender des Bundes­verbandes Freie Wähler (Dachverband von kommunalen Wähler­vereinigungen)
  • Partei­vorsitzender der Bundes­vereinigung Freie Wähler (der Partei, die an Landtags­wahlen, an den Bundestags­wahlen 2013 und 2017 und an der Europawahl 2014 teilnahm)
  • Landesvorsitzender der Freien Wähler Bayern (Landes­verband sowie Landes­vereinigung)
  • Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag

Hubert Aiwanger - Kandidat der Freien Wähler (FW) bei der Landtagswahl in Bayern

Hubert Aiwanger, Spitzen­kandidat der FW bei die Landtagswahl 2018

Quelle: Freie Wähler/Hubert Aiwanger

Hubert Aiwanger vertritt einen ambivalenten Kurs für die Freien Wähler: Im Wahlkampf ist die CSU der Haupt­gegner und Aiwanger scheut nicht davor zurück, die CSU und Markus Söder zu attackieren. Gleichwohl ist die CSU angekündigter erhoffter Regierungs­partner.8

Spitzenkandidat Aiwanger stößt mit seiner Absicht einer Koalition mit der CSU auch auf Kritik in den eigenen Reihen. So mahnt FW-Urgestein Armin Grein (heute 79 und Mitbegründer des Landes­verbandes) vor einer solchen Koalition: „Wer sich mit der CSU zusammentut, hat das Ende vor Augen.“

Die FDP Bayern bei der Landtagswahl 2018

Nach dem bayern- sowie bundes­weiten Wahldebakel für die Freien Demokraten im Jahr 2013, massivem Stimmverlust und folgendem Auszug aus dem Bayerischen Landtag, scheint die FDP laut neuester Prognosen wieder einen Zugewinn an Stimmen verzeichnen zu können.

Ergebnisse der FDP Bayern bei Bundes- und Landtagswahlen bis 2018

Im Gegensatz zu den 2013 erreichten 3,3 Prozent der Wähler­stimmen gehen nach aktuellen Umfragen bei der bayerischen Landtags­wahl im Oktober 2018 rund 5,5 Prozent an die Freien Demokraten. Mit diesem Zuwachs von 2,2 Prozent­punkten würde die FDP die Fünf-Prozent-Hürde sowie den erneuten Einzug in den Landtag schaffen und könnte sogar aktiv an einer regierungs­bildenden Koalition mit CSU und den Freien Wählern beteiligt sein.

Ihr anvisiertes Wahlziel von acht Prozent wird die Partei allerdings wohl nicht erreichen können – dennoch wird die FDP voraus­sichtlich neben Bündnis 90/Die Grünen und der AfD einer der Wahl­gewinner der Landtags­wahl 2018 sein.

Martin Hagen, Spitzenkandidat der FDP

Martin Hagen wurde am 07.07.1981 in La Spezia, Italien, geboren und wuchs ab dem dritten Lebens­jahr in Rosenheim nahe München auf. Er schloss 2008 sein Politik­studium in der bayerischen Landes­hauptstadt erfolgreich mit einem Magister­titel ab. Anschließend war er in einer interna­tionalen Unternehmens­beratung in Berlin tätig und ist heute selbstständiger Strategie- und Kommunikations­berater. Martin Hagen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Landtagswahl in Bayern - Martin Hagen, Spitzenkandidat der FDP

Martin Hagen, Spitzen­kandidat der FDP Bayern für die Landtagswahl

Quelle: Website der FDP Bayern (Pressefoto)

Karriere innerhalb der FDP und Prioritäten im Wahlkampf

1998 wurde Martin Hagen Mitglied der Jungen Liberalen und stieg 2004 zu deren Landes­vorsitzenden auf. Ab 2009 vertrat er die FDP als Presse­sprecher im Deutschen Bundestag und übernahm ein Jahr darauf zudem den Posten des Geschäfts­führers der Bayern-FDP. Schließlich konnte er sich im März 2018 bei der partei­internen „Urwahl“ mit seinem Wahl­spruch „Bayern braucht ein Update“ gegen acht weitere Bewerber als FDP-Spitzen­kandidat für die bayerische Landtagswahl durchsetzen.

Besonderen Wert legt er in seinem Wahlkampf auf den Ausbau einer Spitzen­position Bayerns im Bereich Technologie und auf eine deutlich liberale, toleranz­geprägte Migrations­politik – oftmals verbunden mit gezielt kritischer Abgrenzung von sehr konservativen Aussagen der CSU.

Werbung

Sitzverteilung im Landtag

Bei der Landtagswahl werden die Abgeordneten des bayerischen Landtags gewählt. Der Landtag besteht regulär aus 180 Sitzen. Eine Mehrheit ergibt sich also ab 91 Sitzen. In der Praxis kann die Anzahl der Abgeordneten wegen Überhang- und Ausgleichs­mandaten größer sein: In der Legislatur­periode 2008–2013 hatte Bayern 187 Mitglieder im Landtag.

Prognose 2018

Landtagswahl 2018 in Bayern – Sitzverteilung im Landtag

Ausgangslage

 

Sitzverteilung und Sitzordnung im bayerischen Landtag vor der Landtagswahl 2018

Für das Diagramm wurde bei der Sitzverteilung mit einer Anzahl von 180 Abgeordneten gerechnet. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren.

Die Sitzordnung des Diagramms richtet sich nach der Sitzordnung der 17. Wahlperiode (2013–2018). Die Platzierung der AfD rechts außen wurde von anderen Landes­parlamenten (z.B. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein) übernommen.

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern

Seit einigen Jahren lässt sich ein Rückgang der Wahl­beteiligung bei Bundestags­wahlen feststellen. So betrug die Wahl­beteiligung im Jahr 2009 70,8 Prozent, sank also im Vergleich zum Wahljahr 1986 um ganze 13,5 Prozent. Zwar gab es im Jahr 2017 mit einer Wahl­beteiligung von 76,2 Prozent einen Anstieg im Vergleich zu vergangenen Wahlen, langfristig war die Tendenz jedoch fallend.

Wahlbeteiligung

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern im Vergleich zu Bundestagswahlen (bis zur Landtagswahl 2018)

Seit 1946

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern (von 1946 bis zur Landtagswahl 2018)

Eine ähnliche Tendenz ist bei den bayerischen Landtags­wahlen erkennbar. Im Vergleich zu 1986 ging hier die Wahl­beteiligung im Jahr 2009 um 12,2 Prozent zurück. Bei der darauf­folgenden Landtags­wahl stieg die Wahl­beteiligung zwar wieder um 5,7 Prozent, doch langfristig gesehen sank die Wahl­beteiligung. Im Jahr 2013 gaben nicht einmal zwei Drittel der Wahl­berechtigten ihre Stimme ab.

Besonders zwischen den Jahren 1998 und 2003 sank die Wahl­beteiligung bei der bayerischen Landtags­wahl stark. Dies ging einher mit der Ver­längerung der Wahlperiode der Landtags­wahl von vier auf fünf Jahre, wodurch Bundes- und Landtags­wahlen nicht mehr zeitnah stattfinden. Als im Jahr 2013 diese Wahlen wieder in dasselbe Jahr fielen, stieg die Wahl­beteiligung bei der Landtags­wahl wie beschrieben.

Wahl­beteiligung: Aussichten für die Landtagswahl 2018

Dass die diesjährige Landtags­wahl unabhängig von der Bundestags­wahl stattfindet, spricht für eine niedrigere Wahl­beteiligung als im Jahr 2013. Für einen Anstieg dieser spricht hingegen, dass die Wahl­beteiligung in Bayern bei der letzten Bundestagswahl um 8 Prozent höher lag als im Jahr 2013.

Werbung

Geschlechterverhältnis im Bayerischen Landtag

Zu Beginn der Legislatur­periode 2013−2018 waren 53 der 180 Abgeordneten im Bayerischen Landtag weiblich. Dies entspricht einem Prozent­satz von 29,4. Damit ist nicht einmal jedes dritte Mitglied des Landtags eine Frau. Im Deutschen Bundestag ist der Frauenanteil mit aktuell 30,7 Prozent kaum höher.

Landtagswahl Bayern – Frauenquote (Geschlechterverhältnis)

Sowohl im Landtag als auch im Bundestag liegt der Frauen­anteil deutlich unter dem der deutschen Bevölkerung (51 Prozent). Es stellt sich die Frage, ob damit die Repräsentations­funktion dieser Parlamente ausreichend erfüllt wird.

Entwicklung des Frauenanteils im Bayerischen Landtag

Frauenanteil im bayerischen Landtag - Entwicklung von 1946 bis 2018 (Landtagswahl in Bayern, Frauenquote)

Frauenanteil nach Fraktionen und Aussichten für die nächste Landtagswahl

Im aktuellen Landtag hat die Grünen-Fraktion mit 50 Prozent den höchsten Frauen­anteil, gefolgt von der SPD-Fraktion mit 42,9 Prozent. Bei den Freien Wählern liegt er bei 26,3 Prozent und mit 20,8 Prozent hat die CSU die niedrigste Quote.

Frauenanteil nach Fraktionen - Entwicklung von 1946 bis 2018 (Landtagswahl in Bayern, Frauenquote)

Nach der nächsten Landtagswahl werden voraus­sichtlich zwei weitere Parteien im Landtag vertreten sein: die AfD und die FDP. Beide haben in ihrer Bundestags­fraktion einen niedrigen Frauen­anteil von 10,9 Prozent (AfD) beziehungs­weise 23,8 Prozent (FDP).

Es ist nicht davon auszugehen, dass die beiden Parteien in ihrer jeweiligen Landtags­fraktion einen höheren Frauen­anteil haben werden, weshalb der Gesamt­frauen­anteil im Bayerischen Landtag vermutlich weiter abnehmen wird.

Werbung