Prognose für die Landtags­wahl in Bayern 2018

Die folgende Prognose basiert auf den Ergebnissen der letzten großen Umfragen1 zur Landtags­wahl (den so­genannten Sonntagsfragen).

Prognose 2018

Landtagswahl in Bayern 2018Prognose für die Landtagswahl in Bayern 2018 (Basiert auf Umfragen)

Ausgangslage

Wahl des bayerischen Landtages 2018 - Ausgangslage

CSU – Christlich-Soziale Union in Bayern

Trotz Verlusten: großer Vorsprung für die Union

Nach aktuellen Umfragen zur Landtags­wahl in Bayern 2018 bekommt die CSU 36,5 Prozent der Wähler­stimmen. Das wären 11,2 Prozent­punkte weniger als bei der letzten Landtags­wahl im Jahr 2013 – und zugleich das schlechteste Ergebnis der CSU seit mehr als 60 Jahren. Dennoch bleibt die CSU mit mehr als 20 Prozent­punkten Vor­sprung vor den Grünen die mit Abstand stärkste poli­tische Kraft in Bayern. Die CSU wird höchst­wahrscheinlich den Minister­präsidenten stellen.

Markus Söder Spitzenkandidat der CSU bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Der ehemalige bayerische Minister­präsident Horst Seehofer (derzeit Bundes­minister des Innern, für Bau und Heimat) und sein Nachfolger Markus Söder (rechts)

Foto: Andre Freud. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Quelle: Wikimedia

Dr. Markus Söder – Spitzenkandidat der CSU

Markus Söder wurde am 5. Januar 1967 in Nürnberg geboren. Ab 1987 studierte er Rechts­wissenschaft, 1998 wurde er zum Dr. jur. promoviert. 2003 war er im Unternehmen seines Schwieger­vaters – der Baumüller Holding – als Leiter der zentralen Unternehmens­kommuni­kation tätig. Markus Söder ist verheiratet und hat vier Kinder.

Markus Söder ist seit 1994 Mitglied des Bayerischen Landtags. Im Oktober 2007 wurde er als Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten in das Kabinett Beckstein berufen. Im Kabinett Seehofer wurde Markus Söder:

  • 2008 Staatsminister für Umwelt und Gesundheit,
  • 2011 Staatsminister der Finanzen und
  • 2013 Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Im Dezember 2017 folgte auf dem Nürnberger CSU-Parteitag seine Wahl zum Spitzen­kandidaten für die Landtags­wahl 2018. Seit März 2018 ist Markus Söder bayerischer Ministerpräsident.

Ziele für die Zeit nach der Landtagswahl 2018

Ein vorrangiges Ziel des Spitzen­kandidaten ist, bis 2025 in Bayern 500.000 neue Wohnungen zu schaffen. Markus Söder setzt sich zudem dafür ein, Bayern auch zukünftig mit modern ausgestatteten Grenz­polizisten zu schützen. Söder engagiert sich außerdem für Bayerns führende Position hin­sichtlich Forschung, Produktion und Einsatz von Flug­taxis und Luftmobilität.

Wahlprogramme für die Landtagswahl 2018 in Bayern

Auf dieser Seite finden Sie die Wahlprogramme der Parteien, die an der Landtagswahl 2018 in Bayern teilnehmen werden. Weiterlesen…

Bündnis 90/Die Grünen Bayern

Grüne: zweitgrößter Zuwachs

Gute Aussichten für die Grünen: 2018 könnten sie ihr bisher bestes Ergebnis bei Landtags­wahlen in Bayern einfahren. Laut Umfragen gewinnt die Partei voraus­sichtlich 7,4 Prozent­punkte im Vergleich zur Landtags­wahl 2013 hinzu.

Mit 16,0 Prozent der Stimmen würden die Grünen auf dem zweiten Platz vor SPD und AfD landen. Bei der letzten Wahl zogen die Grünen an vierter Stelle in den Landtag – damals nur 0,4 Punkte hinter den Freien Wählern.

Katharina Schulze - Kandidatin der Grünen bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Katharina Schulze ist Teil des Spitzen­duos der Grünen für die Landtagswahl 2018

Foto: Andreas Gregor. Quelle: Website von Katharina Schulze

Das Spitzenduo der Grünen

Die Grünen in Bayern entschieden über ihre Spitzen­kandi­dat(inn)en in einer (Brief-)Urwahl, die vom 26. Januar bis zum 2. Februar 2018 statt­fand.

Die grünen Mitglieder wählten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann zum Spitzenduo für die Landtagswahl 2018.

Der Sieg von Katharina Schulze, der einzigen weiblichen Kandidatin, galt als sicher. Thomas Gehring, Mitglied des Landtags und parlamen­tarischer Geschäfts­führer der Grünen in Bayern konnte sich nicht durchsetzen.

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Die AfD Bayern bei der Landtagswahl 2018

Die AfD tritt 2018 zum ersten Mal bei einer Landtags­wahl in Bayern an. Die Partei katapultiert sich laut Umfragen auf den dritten Platz mit 13,5 Prozent der Wählerstimmen.

Bei der letzten Bundestags­wahl im September 2017 stimmten 12,4 Prozent der bayerischen Wähler für die AfD – die Alternative landete damit 3,6 Prozent­punkte vor den Grünen.

Die AfD Bayern geht ohne Spitzen­kandidaten in die Landtags­wahl

Auf dem Landes­parteitag der AfD, der am 9. und 10. Juni in Nürnberg stattfand, beschlossen die Mitglieder der Partei, auf Spitzen­kandidaten zu verzichten. Die Listenführer der sieben bayerischen Regierungs­bezirke sollen die Aufgabe gemeinsam übernehmen.2

Ebenso wurde das Wahlprogramm der AfD beschlossen. Nach sieben­stündiger Diskussion wurde das Programm mit 80 Prozent Zustimmung angenommen und wird Mitte Juli 2018 offiziell veröffentlicht.3

„BayernSPD“: der Landesverband der SPD in Bayern

SPD: größte Verluste seit 1932

Die Landtags­wahl 2018 könnte für die bayerische SPD zur eklatanten Niederlage werden. Im Vergleich zur letzten Landtagswahl fallen die Verluste der Sozial­demokraten in Bayern noch größer aus als die der CSU. Laut Umfragen würden 12,5 Prozent der Wähler zugunsten der SPD abstimmen – 8,1 Prozent weniger als bei der letzten Wahl. So wenig Zuspruch bei einer bayerischen Landtags­wahl hatten die Sozial­demo­kraten noch nie.4

Natascha Kohnen - Kandidatin der SPD - Landtagswahl 2018 in Bayern

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der BayernSPD und Spitzen­kandidatin für die Landtagswahl 2018

Quelle: Website der BayernSPD Landtagsfraktion (Pressefoto)

Natascha Kohnen – Spitzenkandidatin der SPD

Natascha Kohnen wurde am 27. Oktober 1967 in München geboren. Nach ihrem Biologie­studium an der Universität Regensburg machte sie sich 1996 als Lektorin selbst­ständig und zog Ende der 1990er-Jahre mit ihrer Familie für mehrere Jahre nach Paris. Wieder zurück im Landkreis München gründete sie 2001 ihr eigenes Redaktions­büro für natur­wissenschaft­liche Schul­bücher. Natascha Kohnen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Natascha Kohnen ist seit Oktober 2008 Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Seit Dezember 2015 ist sie im SPD-Bundes­vorstand, seit Mai 2017 Landes­vorsitzende der BayernSPD. Im November 2017 erfolgte durch den bayerischen SPD-Partei­vorstand ihre einstimmige Nominierung als Spitzen­kandidatin für die Landtagswahl 2018.

Ziele für die Zeit nach der Landtagswahl 2018

Zu den wichtigsten Zielen der Spitzen­kandidatin gehört die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes. So plant Natascha Kohnen in den kommenden fünf Jahren 100.000 neue Wohnungen, wovon allein 25.000 Wohnungen durch den Freistaat Bayern realisiert werden sollen. Darüber hinaus möchte sie Familien finanziell entlasten. Ein langfristiges Ziel ist der kostenlose öffentliche Personen­nahverkehr für alle.

Informationen zur Landtagswahl in Bayern

• Wer darf wählen?
• Was ist der Unterschied zwischen Wahlberechtigung und Wahlschein?
• Wer darf per Briefwahl abstimmen?

In diesem Artikel finden Sie die Antworten. Weiterlesen…

Landtagswahl 2018: Freie Wähler Bayern

Die Freien Wähler sind seit zwei Legislatur­perioden im Bayerischen Landtag vertreten. Sowohl bei der Landtagswahl 2008 als auch 2013 waren sie dritt­stärkste Partei nach CSU und SPD mit folgenden Ergebnissen:

  • Landtagswahl 2008: 10,2 Prozent der Stimmen, 21 von 187 Sitzen im Landtag
  • Landtagswahl 2013: 9,0 Prozent der Stimmen, 19 von 180 Sitzen im Landtag

Auf Bundesebene erzielten die Freien Wähler bei der Bundestagswahl 2017 das beste Ergebnis unter den Kleinparteien: Mit 1,0 Prozent Zweitstimmen (463.052 Stimmen insgesamt) positionierten sich die Freien Wähler vor „Der Partei“ und der Tierschutzpartei.

Bei der Landtagswahl 2018 könnte die zum ersten Mal in Bayern antretende AfD die Freien Wählern manche Wählerstimme kosten. Laut aktuellen Umfragen5 könnten die Freien Wähler 1,0 Prozent­punkt verlieren. Mit 8,0 Prozent der Stimmen scheint der Wieder­eintritt in den Bundestag jedoch nicht gefährdet.

Spitzenkandidat der Freien Wähler

Der 47-jährige Hubert Aiwanger besetzt die Spitzen­position bei den Freien Wählern sowohl in Bayern als auch auf Bundes­ebene. Er ist unter anderem:

  • Bundesvorsitzender des Bundes­verbandes Freie Wähler (Dachverband von kommunalen Wähler­vereinigungen)
  • Partei­vorsitzender der Bundes­vereinigung Freie Wähler (die Partei, die an Landtags­wahlen, an den Bundestags­wahlen 2013 und 2017 und an der Europawahl 2014 teilnahm)
  • Landesvorsitzender der Freien Wähler Bayern (Landes­verband sowie Landes­vereinigung)
  • Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag

Hubert Aiwanger - Kandidat der Freien Wähler (FW) bei der Landtagswahl in Bayern

Hubert Aiwanger, Spitzen­kandidat der FW bei die Landtagswahl 2018

Quelle: Freie Wähler/Hubert Aiwanger

Hubert Aiwanger vertritt einen ambivalenten Kurs für die Freien Wähler: Im Wahlkampf ist die CSU der Haupt­gegner und Aiwanger scheut nicht davor zurück, die CSU und Markus Söder zu attackieren. Gleichwohl ist die CSU angekündigter erhoffter Regierungs­partner.6

Spitzenkandidat Aiwanger stößt mit seiner Absicht einer Koalition mit der CSU auch auf Kritik in den eigenen Reihen. So mahnt FW-Urgestein Armin Grein (heute 79 und Mitbegründer des Landes­verbandes) vor einer solchen Koalition: „Wer sich mit der CSU zusammentut, hat das Ende vor Augen.“

Die FDP Bayern bei der Landtagswahl 2018

Nach dem bayern- sowie bundes­weiten Wahldebakel für die Freien Demokraten im Jahr 2013, massivem Stimmverlust und folgendem Auszug aus dem Bayerischen Landtag, scheint die FDP laut neuester Prognosen wieder einen Zugewinn von Stimmen verzeichnen zu können.

Ergebnisse der FDP Bayern bei Bundes- und Landtagswahlen bis 2018

Im Gegensatz zu den 2013 nur 3,3 erreichten Prozent der Wähler­stimmen gehen nach aktuellen Umfragen bei der bayerischen Landtags­wahl im Oktober 2018 rund 5,5 Prozent an die Freien Demokraten. Mit diesem Zuwachs von 2,2 Prozent­punkten würde die FDP die Fünf-Prozent-Hürde sowie den erneuten Einzug in den Landtag schaffen und könnte sogar aktiv an einer regierungs­bildenden Koalition mit CSU und den Freien Wählern beteiligt sein.

Ihr anvisiertes Wahlziel von acht Prozent wird die Partei allerdings wohl nicht erreichen können – dennoch wird die FDP voraus­sichtlich neben Bündnis 90/Die Grünen und der AfD einer der Wahlgewinner der Landtagswahl 2018 sein.

Die Kleinparteien bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Hier erfahren Sie, welche Kleinparteien an der Landtagswahl in Bayern teilnehmen werden. Weiterlesen…

Sitzverteilung im Landtag

Bei der Landtagswahl werden die Abgeordneten des bayerischen Landtags gewählt. Der Landtag besteht regulär aus 180 Sitzen. Eine Mehrheit ergibt sich also ab 91 Sitzen. In der Praxis kann die Anzahl der Abgeordneten wegen Überhang- und Ausgleichs­mandaten größer sein: In der Legislatur­periode 2008–2013 hatte Bayern 187 Mitglieder im Landtag.

Prognose 2018

Landtagswahl 2018 in Bayern – Sitzverteilung im Landtag

Ausgangslage

Sitzverteilung und Sitzordnung im bayerischen Landtag vor der Landtagswahl 2018

Für das Diagramm wurde bei der Sitzverteilung mit einer Anzahl von 180 Abgeordneten gerechnet. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren.

Die Sitzordnung des Diagramms richtet sich nach der Sitzordnung der 17. Wahlperiode (2013–2018). Die Platzierung der AfD rechts außen wurde von anderen Landes­parlamenten (z.B. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein) übernommen.

Mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl

Seit 1962 hat die CSU die absolute Mehrheit im Bayerischen Landtag, mit einer Ausnahme: Nach der Landtags­wahl 2008 fehlten den Christ­sozialen zwei Sitze zur absoluten Mehrheit.

Die CSU ging damals eine schwarz-gelbe Koalition mit der FDP ein. In der darauf­folgenden Legislatur­periode 2013–2018 verfügte die CSU erneut über eine absolute Mehrheit.

Bei der nächsten Landtagswahl deuten die Umfrage­werte der CSU eindeutig darauf hin, dass die Partei von Minister­präsident Markus Söder ihre absolute Mehrheit im Landtag verlieren wird. Im folgenden Diagramm werden die möglichen Koalitionen für Bayern dargestellt:

Mögliche Koalitionen nach der nächsten Landtagswahl

Dementsprechend wären folgende Drei-Parteien-Koalitionen rechnerisch möglich, dennoch gelten sie als sehr un­wahr­scheinlich:

  • Schwarz-rot-grüne Koalition (CSU + SPD + Grüne, auch Kenia-Koalition genannt)
  • Jamaika-Koalition (CSU + FDP + Grüne)

Koalitionen mit zwei Parteien

Laut Umfragen erreichen zwei Koalitions­möglichkeiten eine eindeutige Mehrheit, während eine Koalition zwischen CSU und Freien Wählern (auch schwarz-orange Koalition genannt) keine Mehrheit erlangen könnte:

  • Schwarz-grüne Koalition (CSU + Grüne)
  • Große Koalition (CSU + SPD)

Warum gibt es keine Koalitions­möglichkeiten mit der AfD?

Eine schwarz-blaue Koalition zwischen CSU und AfD käme laut derzeitiger Prognose auf 97 von 180 Sitzen und wäre damit regierungs­fähig. Die CSU schließt allerdings eine Koalition mit der AfD kategorisch aus.7

Bei der zu erwartenden Sitzanzahl der AfD im Landtag (derzeit 26 Sitze) scheinen keine weiteren Koalitionen mit der AfD in Bayern möglich.

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern

Seit einigen Jahren lässt sich ein Rückgang der Wahl­beteiligung bei Bundestags­wahlen feststellen. So betrug die Wahl­beteiligung im Jahr 2009 70,8 Prozent, sank also im Vergleich zum Wahljahr 1986 um ganze 13,5 Prozent. Zwar gab es im Jahr 2017 mit einer Wahl­beteiligung von 76,2 Prozent einen Anstieg im Vergleich zu vergangenen Wahlen, langfristig war die Tendenz jedoch fallend.

Wahlbeteiligung

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern im Vergleich zu Bundestagswahlen (bis zur Landtagswahl 2018)

Seit 1946

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern (von 1946 bis zur Landtagswahl 2018)

Eine ähnliche Tendenz ist bei den bayerischen Landtags­wahlen erkennbar. Im Vergleich zu 1986 ging hier die Wahl­beteiligung im Jahr 2009 um 12,2 Prozent zurück. Bei der darauf­folgenden Landtags­wahl stieg die Wahl­beteiligung zwar wieder um 5,7 Prozent, doch langfristig gesehen sank die Wahl­beteiligung. Im Jahr 2013 gaben nicht einmal zwei Drittel der Wahl­berechtigten ihre Stimme ab.

Besonders zwischen den Jahren 1998 und 2003 sank die Wahl­beteiligung bei der bayerischen Landtags­wahl stark. Dies ging einher mit der Ver­längerung der Wahlperiode der Landtags­wahl von vier auf fünf Jahre, wodurch Bundes- und Landtags­wahlen nicht mehr zeitnah stattfinden. Als im Jahr 2013 diese Wahlen wieder in dasselbe Jahr fielen, stieg die Wahl­beteiligung bei der Landtags­wahl wie beschrieben.

Wahl­beteiligung: Aussichten für die Landtagswahl 2018

Dass die diesjährige Landtags­wahl unabhängig von der Bundestags­wahl stattfindet, spricht für eine niedrigere Wahl­beteiligung als im Jahr 2013. Für einen Anstieg dieser spricht hingegen, dass die Wahl­beteiligung in Bayern bei der letzten Bundestagswahl um 8 Prozent höher lag als im Jahr 2013.

Geschlechterverhältnis im Bayerischen Landtag

Zu Beginn der Legislatur­periode 2013−2018 waren 53 der 180 Abgeordneten im bayerischen Landtag weiblich. Dies entspricht einem Prozent­satz von 29,4: Damit ist nicht einmal jeder dritte Abgeordnete eine Frau. Im Deutschen Bundestag ist der Frauenanteil mit aktuell 30,7 Prozent kaum höher.

Landtagswahl Bayern – Frauenquote (Geschlechterverhältnis)

Sowohl im Landtag als auch im Bundestag liegt der Frauen­anteil deutlich unter dem in der deutschen Bevölkerung (51 Prozent). Es stellt sich die Frage, ob damit die Repräsentations­funktion dieser Parlamente ausreichend erfüllt wird.

Entwicklung des Frauenanteils im Landtag Bayern

Frauenanteil im bayerischen Landtag - Entwicklung von 1946 bis 2018 (Landtagswahl in Bayern, Frauenquote)

Stagnation des Frauenanteils (1946–1986)

Im Bayerischen Landtag von 1946 waren fünf der 180 Abgeordneten Frauen, was einem Anteil von 2,7 Prozent entspricht. Dieser niedrige Prozent­satz stieg bis zum Jahr 1970 kaum.

In diesem Jahr gab es einen ersten deutlichen Anstieg: Die Anzahl der weiblichen Abgeordneten gegenüber 1966 verdoppelte sich von acht auf 16. In den nächsten 16 Jahren jedoch stagnierte der Frauenanteil erneut.

Einführung von Frauenquoten und Anstieg des Frauenanteils (1986–2008)

Erst mit dem Einzug der Grünen in den Landtag im Jahr 1986 gab es den nächsten deutlichen Anstieg: Acht der 15 Abgeordneten der Grünen waren weiblich. Das vor der Wahl eingeführte „Frauen­statut“ der Grünen8 schreibt vor, dass mindestens die Hälfte ihrer Kandidaten/Kandidatinnen weiblich ist.

Zwei Jahre später führte auch die SPD eine partei­interne Frauenquote von 33 Prozent ein. Diese führte zu einem erneuten leichten Anstieg des Frauen­anteils im Landtag. Seitdem stieg der Anteil der weiblichen Abgeordneten nach und nach an. Im Jahr 2008 erreichte er mit 31,56 Prozent seinen Höchst­wert und mit Barbara Stamm wurde zum ersten Mal eine Frau Präsidentin des Landtags.

Frauenanteil nach Fraktionen und Aussichten für die nächste Landtagswahl

Im aktuellen Landtag hat die Grünen-Fraktion mit 50 Prozent den höchsten Frauen­anteil, gefolgt von der SPD- Fraktion mit einem Frauen­anteil von 42,9 Prozent. Bei den Freien Wählern liegt der Frauen­anteil bei 26,3 Prozent. Mit 20,8 Prozent hat die CSU den niedrigsten Frauenanteil.

Frauenanteil nach Fraktionen - Entwicklung von 1946 bis 2018 (Landtagswahl in Bayern, Frauenquote)

Nach der nächsten Landtagswahl werden voraus­sichtlich zwei weitere Parteien im Landtag vertreten sein: die AFD und die FDP. Beide haben in ihrer Bundestags­fraktion einen niedrigen Frauen­anteil von 10,9 Prozent (AFD) beziehungsweise 23,8 Prozent (FDP). In ihrer Landtags­fraktion werden beide Parteien wahrscheinlich keinen höheren Frauen­anteil haben, weshalb der Frauen­anteil im Bayerischen Landtag vermutlich weiter abnehmen wird.

Lesen Sie auch:

  1. FORSA-Umfrage vom 13.08.2018 im Auftrag von RTL/n-tv sowie INSA-Umfrage vom 28.08.2018 im Auftrag der „BILD“
  2. Quelle: Süddeutsche Zeitung, AfD verzichtet auf Spitzenkandidaten, 10.06.2018
  3. Quelle: Website der AfD Bayern, AfD-Wahlprogramm für Bayern ist unter Dach und Fach, 11.06.2018
  4. Quelle: Offizielle Website der BayernSPD: Landtagswahl­ergebnisse der BayernSPD seit 1919
  5. Siehe Fußnote 1
  6. Quelle: Süddeutsche Zeitung, Wie die Freien Wähler den schwierigsten aller Landtags­wahlkämpfe bestehen wollen, 31.05.2018
  7. Quelle: Süddeutsche Zeitung, So steht es im bayerischen Landtagswahlkampf, 14.08.2018
  8. Quelle: Historisches Lexikon Bayerns, Bündnis 90/Die Grünen in Bayern, Abschnitt Organi­sa­tions­struktur und Führungspersonal

One Comment

  1. … ist eine schwarz-gelb-orange Koalition so unwahrscheinlich dass diese Variante nicht dargestellt werden muss?
    Inhaltlich sind diese 3 Parteien schließlich nicht so weit entfernt…

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