Landtags­wahl 2018 in Bayern: Prognose und Spitzenkandidaten

Zuletzt aktualisiert: 20.10.2018

Das vorläufige amtliche Endergebnis finden Sie auf der Ergebnisseite (bitte hier klicken).

Mögliche Koalitionen im Bayerischen Landtag finden Sie hier.

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Prognose für die Landtagswahl in Bayern

Die folgende Prognose basiert auf den Ergebnissen der letzten großen Umfragen1 zur Landtags­wahl.

Prognose 2018

Landtagswahl in Bayern 2018Prognose für die Landtagswahl in Bayern 2018 (Basiert auf Umfragen)

Ausgangslage

Wahl des bayerischen Landtages 2018 - Ausgangslage

CSU – Christlich-Soziale Union in Bayern

Trotz Verlusten: großer Vorsprung für die Union

Nach aktuellen Umfragen zur Landtags­wahl in Bayern 2018 bekommt die CSU 33,5 Prozent der Wähler­stimmen. Das wären 14,2 Prozent­punkte weniger als bei der Landtags­wahl im Jahr 2013 – und zugleich das schlechteste Ergebnis der CSU seit mehr als 60 Jahren. Dennoch bleibt die CSU mit 15 Prozent­punkten Vor­sprung vor den Grünen die mit Abstand stärkste poli­tische Kraft in Bayern. Die CSU wird höchst­wahrscheinlich den Minister­präsidenten stellen.

Wahlergebnisse der CSU bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen bis 2018

Besonders im Vergleich zur Union auf Bundes­ebene fällt die Stärke der CSU in Bayern auf. Nahezu durchgängig konnte die CSU bei bayerischen Landtags­wahlen mindestens 10 Prozent­punkte mehr erlangen als die Union bei Bundestagswahlen.

Langfristig gesehen ähnelt sich der Verlauf der Kurven von CSU und Union, da die Gewinn- und Verlust­phasen der Parteien annähernd übereinstimmen. Der voraus­sichtliche Stimmen­verlust der CSU bei der Landtagswahl 2018 (siehe Prognose) beispiels­weise gleicht dem der Union bei der Bundestags­wahl 2017 gegenüber der jeweiligen vorher­gehenden Wahl.

Dr. Markus Söder – Spitzenkandidat der CSU

Markus Söder wurde am 5. Januar 1967 in Nürnberg geboren. Ab 1987 studierte er Rechts­wissenschaft, 1998 wurde er zum Dr. jur. promoviert. Markus Söder ist verheiratet und hat vier Kinder.

Markus Söder Spitzenkandidat der CSU bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Der ehemalige bayerische Minister­präsident Horst Seehofer (derzeit Bundes­minister des Innern, für Bau und Heimat) und sein Nachfolger Markus Söder (rechts)

Foto: Andre Freud. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Quelle: Wikimedia

Markus Söder ist seit 1994 Mitglied des Bayerischen Landtags. Im Oktober 2007 wurde er als Staats­minister für Bundes- und Europa­angelegenheiten in das Kabinett Beckstein berufen. Im Kabinett Seehofer wurde Markus Söder:

  • 2008 Staatsminister für Umwelt und Gesundheit,
  • 2011 Staatsminister der Finanzen und
  • 2013 Staatsminister der Finanzen, für Landes­entwicklung und Heimat.

Im Dezember 2017 erfolgte auf dem Nürnberger CSU-Parteitag seine Wahl zum Spitzen­kandidaten für die Landtags­wahl 2018. Seit März 2018 ist Markus Söder bayerischer Ministerpräsident.

Bündnis 90/Die Grünen Bayern

Grüne: zweitgrößter Zuwachs

Gute Aussichten für die Grünen: 2018 könnten sie ihr bisher bestes Ergebnis bei Landtags­wahlen in Bayern einfahren. Laut Umfragen gewinnt die Partei voraus­sichtlich 9,9 Prozent­punkte im Vergleich zur Landtags­wahl 2013 hinzu.

Mit 18,5 Prozent der Stimmen würden die Grünen auf dem zweiten Platz vor AfD und SPD landen. Bei der letzten Wahl zogen die Grünen an vierter Stelle in den Landtag ein – damals nur 0,4 Punkte hinter den Freien Wählern.

Das Spitzenduo der Grünen

Landtagswahl in Bayern - Spitzenkandidaten von Bündnis 90 Die Grünen

Das Spitzen­duo der Grünen für die Landtagswahl 2018

Foto: Fraktion B90/Die Grünen im Bayerischen Landtag. Quelle: Website von Ludwig Hartmann

Die Grünen in Bayern entschieden über ihre Spitzen­kandi­dat(inn)en in einer (Brief-)Urwahl, die vom 26. Januar bis zum 2. Februar 2018 statt­fand.

Die grünen Mitglieder wählten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann zum Spitzenduo für die Landtagswahl 2018. 

Der Sieg von Katharina Schulze, der einzigen weiblichen Kandidatin, galt als sicher. Thomas Gehring, Mitglied des Landtags und parlamen­tarischer Geschäfts­führer der Grünen in Bayern, konnte sich nicht durchsetzen.

Katharina Schulze

Katharina Schulze - Kandidatin der Grünen bei der Landtagswahl 2018 in Bayern

Katharina Schulze, Spitzen­kandidatin der Grünen

Foto: Andreas Gregor. Quelle: Website von Katharina Schulze

Katharina Schulze aus Freiburg im Breisgau wurde 2013 Abgeordnete der Grünen im Bayerischen Landtag. Seit Februar 2017 ist sie dort gemeinsam mit Ludwig Hartmann Fraktions­führerin der Grünen. Zu ihrem politischen Durchbruch verhalfen Katharina Schulze unter anderem zwei Kampagnen in München: Sie setzte sich erfolgreich gegen eine Olympia­bewerbung und gegen den Ausbau des Flughafens ein.

Grundsätzlich tritt sie für Themen wie Demokratie, Europa und Digitalisierung ein. Die Inhalte ihrer Partei beschreibt sie wie folgt:

„Wer ein ökologischeres Bayern, ein sozial gerechteres Bayern und ein digitaleres Bayern will, darf gerne sein Kreuz bei uns machen.“

Ludwig Hartmann

Landtagswahl in Bayern - Ludwig Hartmann, Kandidat der Grünen

Ludwig Hartmann, Spitzen­kandidat der Grünen

Foto: Andreas Gregor. Quelle: Website von Ludwig Hartmann. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Ludwig Hartmann, geboren am 20. Juli 1978 in Landsberg am Lech, wurde 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags. Außerdem ist er seit 2013 einer der beiden Vorsitzenden der Landtags­fraktion für Bündnis 90/Die Grünen. Bekannt ist Hartmann für ein Volks­begehren, das zum Ziel hatte, den täglichen Verbrauch von Land in Bayern von 15 auf 5 Hektar zu begrenzen.

Hartmann wirbt mit Themen wie giftfreie Landwirtschaft, der Abschaffung der Bildungs­ungleichheit und einem Ausbau des Bus- und Bahnangebots in Bayern.

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Die AfD Bayern bei der Landtagswahl 2018

Die AfD tritt 2018 zum ersten Mal bei einer Landtags­wahl in Bayern an. Die Partei katapultiert sich laut Umfragen mit 12,0 Prozent der Wählerstimmen auf den dritten Platz.

Bei der letzten Bundestags­wahl im September 2017 stimmten 12,4 Prozent der bayerischen Wähler für die AfD – die Partei landete damit 3,6 Prozent­punkte vor den Grünen.

Die AfD Bayern geht ohne Spitzen­kandidaten in die Landtags­wahl

Auf dem Landes­parteitag der AfD, der am 9. und 10. Juni in Nürnberg stattfand, beschlossen die Parteimitglieder, auf Spitzen­kandidaten zu verzichten. Die Listenführer der sieben bayerischen Regierungs­bezirke sollen die Aufgabe gemeinsam übernehmen.4

Ebenso wurde das Wahlprogramm der AfD beschlossen. Nach sieben­stündiger Diskussion wurde das Programm mit 80 Prozent Zustimmung angenommen. Es wurde Mitte Juli 2018 offiziell veröffentlicht.5

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„BayernSPD“: der Landesverband der SPD in Bayern

SPD: größte Verluste seit 1932

Die Landtags­wahl 2018 könnte für die bayerische SPD zur eklatanten Niederlage werden. Laut Umfragen würden 11,0 Prozent der Wähler zugunsten der SPD abstimmen – 9,6 Prozent weniger als bei der letzten Wahl. So wenig Zuspruch bei einer bayerischen Landtags­wahl hatten die Sozial­demo­kraten noch nie.6

Natascha Kohnen - Kandidatin der SPD - Landtagswahl 2018 in Bayern

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der BayernSPD und Spitzen­kandidatin für die Landtagswahl 2018

Quelle: Website der BayernSPD Landtagsfraktion (Pressefoto)

Natascha Kohnen – Spitzenkandidatin der SPD

Natascha Kohnen wurde am 27. Oktober 1967 in München geboren. Nach ihrem Biologie­studium an der Universität Regensburg machte sie sich 1996 als Lektorin selbst­ständig und zog Ende der 1990er-Jahre mit ihrer Familie für mehrere Jahre nach Paris. Wieder zurück im Landkreis München gründete sie 2001 ihr eigenes Redaktions­büro für natur­wissenschaft­liche Schul­bücher. Natascha Kohnen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Natascha Kohnen ist seit Oktober 2008 Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Seit Dezember 2015 ist sie im SPD-Bundes­vorstand, seit Mai 2017 Landes­vorsitzende der BayernSPD. Im November 2017 erfolgte durch den bayerischen SPD-Partei­vorstand ihre einstimmige Nominierung als Spitzen­kandidatin für die Landtagswahl 2018.

Landtagswahl 2018: Freie Wähler Bayern

Die Freien Wähler sind seit zwei Legislatur­perioden im Bayerischen Landtag vertreten. Sowohl bei der Landtagswahl 2008 als auch 2013 waren sie mit folgenden Ergebnissen die dritt­stärkste Partei nach CSU und SPD:

  • Landtagswahl 2008: 10,2 Prozent der Stimmen, 21 von 187 Sitzen im Landtag
  • Landtagswahl 2013: 9,0 Prozent der Stimmen, 19 von 180 Sitzen im Landtag

Auf Bundesebene erzielten die Freien Wähler bei der Bundestagswahl 2017 das beste Ergebnis unter den Kleinparteien: Mit 1,0 Prozent Zweitstimmen (463.052 Stimmen insgesamt) positionierten sich die Freien Wähler vor „Der Partei“ und der Tierschutzpartei.

Bei der Landtagswahl 2018 könnte die zum ersten Mal in Bayern antretende AfD die Freien Wählern manche Wählerstimme kosten. Laut aktuellen Umfragen7 könnten die Freien Wähler 1,5 Prozent­punkten hinzugewinnen.

Spitzenkandidat der Freien Wähler

Der 47-jährige Hubert Aiwanger besetzt die Spitzen­position bei den Freien Wählern sowohl in Bayern als auch auf Bundes­ebene. Er ist unter anderem:

  • Bundesvorsitzender des Bundes­verbandes Freie Wähler (Dachverband von kommunalen Wähler­vereinigungen)
  • Partei­vorsitzender der Bundes­vereinigung Freie Wähler (der Partei, die an Landtags­wahlen, an den Bundestags­wahlen 2013 und 2017 und an der Europawahl 2014 teilnahm)
  • Landesvorsitzender der Freien Wähler Bayern (Landes­verband sowie Landes­vereinigung)
  • Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag

Hubert Aiwanger - Kandidat der Freien Wähler (FW) bei der Landtagswahl in Bayern

Hubert Aiwanger, Spitzen­kandidat der FW bei die Landtagswahl 2018

Quelle: Freie Wähler/Hubert Aiwanger

Hubert Aiwanger vertritt einen ambivalenten Kurs für die Freien Wähler: Im Wahlkampf ist die CSU der Haupt­gegner und Aiwanger scheut nicht davor zurück, die CSU und Markus Söder zu attackieren. Gleichwohl ist die CSU angekündigter erhoffter Regierungs­partner.8

Spitzenkandidat Aiwanger stößt mit seiner Absicht einer Koalition mit der CSU auch auf Kritik in den eigenen Reihen. So mahnt FW-Urgestein Armin Grein (heute 79 und Mitbegründer des Landes­verbandes) vor einer solchen Koalition: „Wer sich mit der CSU zusammentut, hat das Ende vor Augen.“

Die FDP Bayern bei der Landtagswahl 2018

Nach dem bayern- sowie bundes­weiten Wahldebakel für die Freien Demokraten im Jahr 2013, massivem Stimmverlust und folgendem Auszug aus dem Bayerischen Landtag, scheint die FDP laut neuester Prognosen wieder einen Zugewinn an Stimmen verzeichnen zu können.

Ergebnisse der FDP Bayern bei Bundes- und Landtagswahlen bis 2018

Im Gegensatz zu den 2013 erreichten 3,3 Prozent der Wähler­stimmen gehen nach aktuellen Umfragen bei der bayerischen Landtags­wahl im Oktober 2018 rund 5,5 Prozent an die Freien Demokraten. Mit diesem Zuwachs von 2,2 Prozent­punkten würde die FDP die Fünf-Prozent-Hürde sowie den erneuten Einzug in den Landtag schaffen und könnte sogar aktiv an einer regierungs­bildenden Koalition mit CSU und den Freien Wählern beteiligt sein.

Ihr anvisiertes Wahlziel von acht Prozent wird die Partei allerdings wohl nicht erreichen können – dennoch wird die FDP voraus­sichtlich neben Bündnis 90/Die Grünen und der AfD einer der Wahl­gewinner der Landtags­wahl 2018 sein.

Martin Hagen, Spitzenkandidat der FDP

Martin Hagen wurde am 07.07.1981 in La Spezia, Italien, geboren und wuchs ab dem dritten Lebens­jahr in Rosenheim nahe München auf. Er schloss 2008 sein Politik­studium in der bayerischen Landes­hauptstadt erfolgreich mit einem Magister­titel ab. Anschließend war er in einer interna­tionalen Unternehmens­beratung in Berlin tätig und ist heute selbstständiger Strategie- und Kommunikations­berater. Martin Hagen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Landtagswahl in Bayern - Martin Hagen, Spitzenkandidat der FDP

Martin Hagen, Spitzen­kandidat der FDP Bayern für die Landtagswahl

Quelle: Website der FDP Bayern (Pressefoto)

Karriere innerhalb der FDP und Prioritäten im Wahlkampf

1998 wurde Martin Hagen Mitglied der Jungen Liberalen und stieg 2004 zu deren Landes­vorsitzenden auf. Ab 2009 vertrat er die FDP als Presse­sprecher im Deutschen Bundestag und übernahm ein Jahr darauf zudem den Posten des Geschäfts­führers der Bayern-FDP. Schließlich konnte er sich im März 2018 bei der partei­internen „Urwahl“ mit seinem Wahl­spruch „Bayern braucht ein Update“ gegen acht weitere Bewerber als FDP-Spitzen­kandidat für die bayerische Landtagswahl durchsetzen.

Besonderen Wert legt er in seinem Wahlkampf auf den Ausbau einer Spitzen­position Bayerns im Bereich Technologie und auf eine deutlich liberale, toleranz­geprägte Migrations­politik – oftmals verbunden mit gezielt kritischer Abgrenzung von sehr konservativen Aussagen der CSU.

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Sitzverteilung im Landtag

Bei der Landtagswahl werden die Abgeordneten des bayerischen Landtags gewählt. Der Landtag besteht regulär aus 180 Sitzen. Eine Mehrheit ergibt sich also ab 91 Sitzen. In der Praxis kann die Anzahl der Abgeordneten wegen Überhang- und Ausgleichs­mandaten größer sein: In der Legislatur­periode 2008–2013 hatte Bayern 187 Mitglieder im Landtag.

Prognose 2018

Landtagswahl 2018 in Bayern – Sitzverteilung im Landtag

Ausgangslage

 

Sitzverteilung und Sitzordnung im bayerischen Landtag vor der Landtagswahl 2018

Für das Diagramm wurde bei der Sitzverteilung mit einer Anzahl von 180 Abgeordneten gerechnet. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren.

Die Sitzordnung des Diagramms richtet sich nach der Sitzordnung der 17. Wahlperiode (2013–2018). Die Platzierung der AfD rechts außen wurde von anderen Landes­parlamenten (z.B. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein) übernommen.

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern

Seit einigen Jahren lässt sich ein Rückgang der Wahl­beteiligung bei Bundestags­wahlen feststellen. So betrug die Wahl­beteiligung im Jahr 2009 70,8 Prozent, sank also im Vergleich zum Wahljahr 1986 um ganze 13,5 Prozent. Zwar gab es im Jahr 2017 mit einer Wahl­beteiligung von 76,2 Prozent einen Anstieg im Vergleich zu vergangenen Wahlen, langfristig war die Tendenz jedoch fallend.

Wahlbeteiligung

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern im Vergleich zu Bundestagswahlen (bis zur Landtagswahl 2018)

Seit 1946

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Bayern (von 1946 bis zur Landtagswahl 2018)

Eine ähnliche Tendenz ist bei den bayerischen Landtags­wahlen erkennbar. Im Vergleich zu 1986 ging hier die Wahl­beteiligung im Jahr 2009 um 12,2 Prozent zurück. Bei der darauf­folgenden Landtags­wahl stieg die Wahl­beteiligung zwar wieder um 5,7 Prozent, doch langfristig gesehen sank die Wahl­beteiligung. Im Jahr 2013 gaben nicht einmal zwei Drittel der Wahl­berechtigten ihre Stimme ab.

Besonders zwischen den Jahren 1998 und 2003 sank die Wahl­beteiligung bei der bayerischen Landtags­wahl stark. Dies ging einher mit der Ver­längerung der Wahlperiode der Landtags­wahl von vier auf fünf Jahre, wodurch Bundes- und Landtags­wahlen nicht mehr zeitnah stattfinden. Als im Jahr 2013 diese Wahlen wieder in dasselbe Jahr fielen, stieg die Wahl­beteiligung bei der Landtags­wahl wie beschrieben.

Wahl­beteiligung: Aussichten für die Landtagswahl 2018

Dass die diesjährige Landtags­wahl unabhängig von der Bundestags­wahl stattfindet, spricht für eine niedrigere Wahl­beteiligung als im Jahr 2013. Für einen Anstieg dieser spricht hingegen, dass die Wahl­beteiligung in Bayern bei der letzten Bundestagswahl um 8 Prozent höher lag als im Jahr 2013.

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Geschlechterverhältnis im Bayerischen Landtag

Zu Beginn der Legislatur­periode 2013−2018 waren 53 der 180 Abgeordneten im Bayerischen Landtag weiblich. Dies entspricht einem Prozent­satz von 29,4. Damit ist nicht einmal jedes dritte Mitglied des Landtags eine Frau. Im Deutschen Bundestag ist der Frauenanteil mit aktuell 30,7 Prozent kaum höher.

Landtagswahl Bayern – Frauenquote (Geschlechterverhältnis)

Sowohl im Landtag als auch im Bundestag liegt der Frauen­anteil deutlich unter dem der deutschen Bevölkerung (51 Prozent). Es stellt sich die Frage, ob damit die Repräsentations­funktion dieser Parlamente ausreichend erfüllt wird.

Entwicklung des Frauenanteils im Bayerischen Landtag

Frauenanteil im bayerischen Landtag - Entwicklung von 1946 bis 2018 (Landtagswahl in Bayern, Frauenquote)

Frauenanteil nach Fraktionen und Aussichten für die nächste Landtagswahl

Im aktuellen Landtag hat die Grünen-Fraktion mit 50 Prozent den höchsten Frauen­anteil, gefolgt von der SPD-Fraktion mit 42,9 Prozent. Bei den Freien Wählern liegt er bei 26,3 Prozent und mit 20,8 Prozent hat die CSU die niedrigste Quote.

Frauenanteil nach Fraktionen - Entwicklung von 1946 bis 2018 (Landtagswahl in Bayern, Frauenquote)

Nach der nächsten Landtagswahl werden voraus­sichtlich zwei weitere Parteien im Landtag vertreten sein: die AfD und die FDP. Beide haben in ihrer Bundestags­fraktion einen niedrigen Frauen­anteil von 10,9 Prozent (AfD) beziehungs­weise 23,8 Prozent (FDP).

Es ist nicht davon auszugehen, dass die beiden Parteien in ihrer jeweiligen Landtags­fraktion einen höheren Frauen­anteil haben werden, weshalb der Gesamt­frauen­anteil im Bayerischen Landtag vermutlich weiter abnehmen wird.

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Lesen Sie auch:

  1. Quellen: Forschungsgruppe Wahlen-Umfrage vom 11.10.2018 im Auftrag des ZDF sowie INSA-Umfrage vom 09.10.2018 im Auftrag der BILD
  2. Um die Effizienz der Asylverfahren zu erhöhen, soll in Zentren für Ankunft, Entscheidung, Rückführung (AnkER) die Zusammen­arbeit verschiedener Behörden (z.B. BAMF, Bundes­agentur für Arbeit, Jugendämter, Justiz …) vereinfacht werden.
  3. Quelle: Die Welt: Grenzpolizei wird Hilfstrupp der Bundespolizei, 16.07.2018
  4. Quelle: Süddeutsche Zeitung, AfD verzichtet auf Spitzenkandidaten, 10.06.2018
  5. Quelle: Website der AfD Bayern, AfD-Wahlprogramm für Bayern ist unter Dach und Fach, 11.06.2018
  6. Quelle: Offizielle Website der BayernSPD: Landtagswahl­ergebnisse der BayernSPD seit 1919
  7. Siehe Fußnote 1
  8. Quelle: Süddeutsche Zeitung, Wie die Freien Wähler den schwierigsten aller Landtags­wahlkämpfe bestehen wollen, 31.05.2018
  9. Quelle: Historisches Lexikon Bayerns, Bündnis 90/Die Grünen in Bayern, Abschnitt Organi­sa­tions­struktur und Führungspersonal

One Comment

  1. … ist eine schwarz-gelb-orange Koalition so unwahrscheinlich dass diese Variante nicht dargestellt werden muss?
    Inhaltlich sind diese 3 Parteien schließlich nicht so weit entfernt…

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